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LED statt Glühbirne: Viel Licht mit wenig Energie

VON THOMAS WELS - zuletzt aktualisiert: 22.02.2007 - 13:48

Düsseldorf (RP). Die Leuchtstoff-Energiesparlampe soll die Glühbirne verdrängen - nach Meinung mancher Politiker auch mit Hilfe eines gesetzlichen Verbots. Die Zukunft des sparsamen Leuchtens sehen Experten in der Leuchtdiode: LED aus Solingen haben bereits als Taschenlampen den Weltmarkt erobert.

Für den Unternehmer Harald Opolka ist Australien das Land der Träume. Eine Kopie der Pläne in Down Under, wo Umweltminister Malcolm Turnbull das Verbot der Glühbirne ankündigte, würde auch "unsere Produktionszahlen in die Höhe schießen lassen". Was gut für die Umwelt wäre, wäre auch gut für die Kasse des Solinger Unternehmens Zweibrüder Optoelectronics GmbH, nach eigenen Angaben Weltmarktführer bei der Herstellung von LED-Lampen. LED steht für Licht emittierende Diode und gilt noch vor der Energiesparlampe als die Zukunft des Lichts und Energiesparwunder.

Während eine klassische Glühlampe 95 Prozent der investierten Energie als Wärme abstrahlt, ist das Verhältnis bei der LED, eine Art Halbleiter, umgekehrt. Zum Vergleich: Energiesparlampen wandeln 25 Prozent der Energie in Licht um. Die Leuchtdiode, die vor über 40 Jahren das Licht der Welt als kleiner roter Punkt an Fernsehgeräten erblickte, hat nach Ansicht von Experten enorme Zukunftschancen. Noch ist die LED nicht für den massenhaften Einsatz in Wohnungen entwickelt, das wird aber nicht mehr lange auf sich warten lassen.

Das Unternehmen Zweibrüder hat bereits eine LED-Strahler entwickelt und patentieren lassen, der in den Fassung von Halogenstrahlern passt, so Mitinhaber und Geschäftsführer Opolka. Das Unternehmen setze als Marktführer etwa 30 Millionen Euro vor allem mit LED-Taschen- und Fahrrad-Lampen um. Drei bis vier Prozent Umsatzanteil halte der Wohnbereich. "Das wird sich in fünf Jahren auf die Hälfte vervielfachen", so Opolka. In einigen Jahren werde die Helligkeit der LED die der klassischen Lampe erreicht haben.

Bis dahin hat aber gewiss die Energiesparlampe einen Platzvorteil. Auch preislich. Ein LED-Strahler kostet mit 20 Euro etwa doppelt so viel wie eine Energiesparlampe, allerdings ist die Haltbarkeit mit 50.000 Stunden fünfmal länger als die der Energiesparlampe.

Ob LED oder Sparlampe - die deutschen Umweltpolitiker sind jedenfalls ganz aus dem Häuschen ob des "bewundernswert ruppigen Vorgehens" der Australier (Grünen-Fraktionsvize in NRW Reiner Priggen). Innerhalb von drei Jahren die Glühbirne zu verbieten, sei sehr ambitioniert, sagte Priggen. "Das stützt aber unsere Vermutung: Wenn die Umweltsünder USA oder Australien umschalten, dann gehen die ganz anders ran." In Australien komme die "Umweltkatastrophe jetzt schon spürbar an", sagt Priggen mit Blick auf eine extrem hohe Selbstmordrate von Bauern und "Umsiedlungsprogramme der Landwirtschaft".

Für den Grünen-Politiker ist mit einem Verbot der Glühbirne noch nicht das Ende der Fahnenstange erreicht. "Eigentlich dürfte keine Unterhaltungs- oder Haushaltselektronik mit Stand-by-Funktion mehr eingeführt und in Deutschland verkauft werden", so Priggen.

Manfred Fischedick, Direktor am Wuppertal Institut für Klima, Umwelt Energie, sprach sich hingegen gegen ein Verbot aus. "Sinnvoller ist es, Energiesparmaßnahmen insgesamt zu forcieren. Glühbirnen sind nur ein Teil des Spektrums." Fischedick schlug vor, einen geringen Aufschlag auf die Preise von Strom, Gas und Öl zu verlangen und mit dem solcherart eingesammelten Geld bestimmte Energiespar-Projekte zu fördern. Wenn der Aufschlag 0,05 bis 0,1 Cent je Kilowattstunde betrage, belaste dies einen durchschnittlichen Haushalt mit 3,50 Euro im Jahr.

Australiens Umweltminister Turnbull hatte angekündigt, dass bis 2009 herkömmliche Leuchtmittel durch Leuchtstofflampen ersetzt werden müssen. Damit soll der gegenwärtige Ausstoß an Treibhausgasen um 800.000 Tonnen zum Jahr 2012 sinken. Die Treibhausgas-Emissionen in Australien werden zwischen 2008 und 2012 jährlich bei schätzungsweise 603 Millionen Tonnen liegen. Australien hat bislang nicht das Kyoto-Protokoll zur Verminderung des Schadstoffausstoßes unterzeichnet.


 
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