Montagszustellung bei Deutscher Post: "Viele Unternehmen sind verärgert"
VON REINHARD KOWALEWSKY - zuletzt aktualisiert: 20.08.2009 - 07:30Bonn (RP). Nachdem der Frust vieler Privatkunden über die montags häufig ausbleibende Postzustellung bereits für Ärger gesorgt hat, kommt nun der nächste Streit auf Postchef Frank Appel zu. Laut einer Umfrage ist jedes zweite Unternehmen unzufrieden damit, dass der Konzern viele am Wochenende eingeworfene Briefe wegen interner Sparmaßnahmen häufig erst am Dienstag zustellt.
Dies ist das erste Ergebnis einer Umfrage des Verbandes für Post, Informationstechnologie und Telekommunikation (DVPT) bei seinen Mitgliedern, das unserer Zeitung exklusiv vorliegt. "Viele Unternehmen sind verärgert", sagt DVPT-Chef Elmar Müller, ein früherer CDU-Bundestagsabgeordneter, "montags bekommen die nur noch spärlich Briefe, dienstags dann umso mehr".
Für die Post bedeutet das Ergebnis einen Rückschlag bei ihrem Versuch, gerade Firmenkunden eng an sich zu binden. Vorsorglich bestätigte der Ex-Staatskonzern, dass er ab Ende August wieder alle 82 Verteilzentren am Wochenende nutzt. Damit würden auch überregional versandte Briefe ihren Empfänger wieder überwiegend montags erreichen.
Postkritiker wie Müller rechnen damit, dass das Unternehmen versucht, nur noch an fünf Tagen in der Woche Briefe zustellen zu müssen. Anknüpfungspunkt ist eine EU-Regel. Ihr zufolge müssen der Regulierung unterliegende Postunternehmen nur noch an fünf Tagen zustellen. Ob die deutschen Vorgaben entsprechend angepasst werden, ist noch offen.
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