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Wachsende Zahlen
Vodafone setzt mehr auf Prepaid-Kunden

Wachsende Zahlen: Vodafone setzt mehr auf Prepaid-Kunden
Die Vodafone-Zentrale in Düsseldorf (Archiv). FOTO: dpa, ve fpt
Düsseldorf. Nach Jahren der Krise wächst der Umsatz erneut. Aber bei festen Kundenverträgen macht die Telekom mehr Tempo. Von Reinhard Kowalewsky

Die hohen Investitionen in den Jahren 2014 und 2015 haben sich für Vodafone gelohnt. Deutschlands vom Umsatz her zweitgrößter Telefonkonzern legte beim Servicegeschäft im abgelaufenen Quartal um 2,1 Prozent gegenüber dem Vorquartal zu. Gegenüber Herbst 2015 gab es ein Plus von 3,1 Prozent auf 2, 5 Milliarden Euro.

Das Geschäft beim Münchener Kabel-TV-Zukauf Kabel-Deutschland boomt. Hier gelang dem Konzern ein Zuwachs von 9,2 Prozent in einem Jahr, vorrangig weil Kunden immer schnellere Online-Anschlüsse buchen. "Jeder Dritte der Neukunden möchte ein Übertragungstempo von 200 Megabit oder mehr", freut sich Vodafones Deutschland-Chef Hannes Ametsreiter. Allerdings hat er es bisher nicht geschafft, ein so attraktives Angebot auch in NRW zu machen, weil der hier dominante Kabel-TV-Anbieter Unitymedia bisher jede Zusammenarbeit verweigert und so den Zugang zu den Netzen verwehrt.

Im Mobilfunk haben die Düsseldorfer erstmals seit vier Jahren einen ernstzunehmenden Umsatzzuwachs erreicht. Konkret gab es im Jahresvergleich ein Plus von 1,3 Prozent auf 1,55 Milliarde Euro. Gegenüber dem Sommerquartal kamen 2,2 Prozent mehr an Umsatz rein.

Die Telekom hat im Jahresvergleich dagegen nur ein Plus von 0,2 Prozent gemeldet, Telefónica Deutschland verlor 1,8 Prozent beim Serviceumsatz. "Vodafone schlägt sich relativ gesehen ganz gut", sagt dazu Torsten Gerpott, BWL-Professor aus Duisburg und bekannter Branchenexperte.

Dabei versucht Vodafone aktuell am meisten mit Prepaid-Kunden zu punkten, die keine dauerhafte Vertragsbeziehung haben. Nachdem das Unternehmen vier Quartale lang bei der Laufkundschaft nur verlor, stieg die Zahl im abgelaufenen Quartal um 200.000 Mobilfunkkarten auf 13,9 Millionen.

Kehrseite der Entwicklung ist aber, dass die Düsseldorfer bei den viel lukrativeren Vertragskunden eher schwächeln. Die Telekom warb alleine im vergangenen Quartal 145.000 neue feste Kunden unter der eigenen Marke an. Vodafone legte dagegen in drei Monaten nur um 20.000 Personen feste Kunden unter der eigenen  Marke zu.

Allerdings differieren die Preise: Die Vertragskunden von Vodafone zahlen pro Monat mit 25,30 Euro mehr als bei der Telekom mit im Schnitt 21 Euro, die bei dieser Kategorie allerdings auch über Serviceprovider geköderte Kunden mitzählt, die oft nur wenig Geld ausgeben.

Hinweis: Wir haben die Angaben in den untersten beiden Absätzen nachträglich angepasst.

Quelle: RP
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