Konzern will Entwicklungsabteilung übernehmen: Volkswagen-Interesse an Karmann
zuletzt aktualisiert: 16.06.2010 - 12:17Hamburg (RPO). Volkswagen will die technische Entwicklungsabteilung des insolventen Autozulieferers Karmann übernehmen. Ein Sprecher des Verwalters Ottmar Hermann bestätigte am Mittwoch Verhandlungen mit dem Wolfsburger Autokonzern.
Die Gespräche befänden sich noch in einem frühen Stadium. Aus Arbeitnehmerkreisen hieß es, Gegenstand der Verhandlungen sei noch die Zahl der Beschäftigten. VW wolle nur etwa 300 der gut 400 Ingenieure weiterbeschäftigen.
Ein VW-Sprecher teilte mit, der Konzern prüfe die Leistungsfähigkeit der Entwicklungsabteilung. Um die Arbeitsplätze zu erhalten, sei "eine wirtschaftlich tragfähige Basis" nötig, sagte der Sprecher. "Wir hoffen aber, dass wir sehr bald zu einem positiven Ergebnis für den Standort Osnabrück kommen", fügte er hinzu. Volkswagen besitzt bereits Gebäude und Maschinen von Karmann und will ab 2011 Cabrios in Osnabrück bauen.
Für die Dachsparte von Karmann hatte der österreichisch-kanadische Zulieferer Magna bereits den Zuschlag erhalten, wurde aber vom Bundeskartellamt zurückgepfiffen. Gegen die auch von der niedersächsischen Landesregierung kritisierte Entscheidung der Kartellwächter will Magna noch in dieser Woche Beschwerde beim Oberlandesgericht Düsseldorf einlegen. Der Insolvenzverwalter werde sich dem anschließen, sagte sein Sprecher.
Nach Auffassung des Kartellamts würde eine Übernahme der Karmann-Dachsparte durch den Konkurrenten Magna Car Tops Systems (CTS) dazu führen, dass es europaweit mit Edscha/Webasto und CTS/Karmann nur noch zwei große Anbietergruppen von Cabriodächern gibt.
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