Liechtensteiner Steuerskandal: Vorwürfe gegen Erpresser-Anwälte
zuletzt aktualisiert: 27.03.2008 - 19:49Hamburg (RPO). Im Liechtensteiner Steuerskandal geraten die Anwältinnen des mutmaßlichen Erpressers Michael F. in die Kritik. Einem Bericht des NDR-Fernsehmagazins "Panorama" zufolge sollen die Anwältinnen mit Vertretern der Liechtensteinischen Landesbank und einer Sicherheitsfirma im Februar dieses Jahres Verhandlungen geführt haben.
Entsprechende Zeugenaussagen lägen der Staatsanwaltschaft Rostock vor und würden zurzeit geprüft, bestätigte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Rostock, Peter Lückemann, dem Magazin.
Die Anwältinnen sollen demnach versucht haben, belastende Zeugenaussagen zugunsten ihres Mandanten zu verändern. Bei diesen Verhandlungen seien die Anwältinnen "in einer so forschen und offensiven Art aufgetreten, dass die Vertreter der Bank und einer Sicherheitsfirma sich unter Druck gesetzt gefühlt und Verhandlungen abgelehnt" hätten, sagte Lückemann demnach weiter.
Die Hamburger Anwältinnen hatten in den vergangenen Monaten verschiedenen Behörden der gestohlenen Kundendaten der Liechtensteinischen Bank angeboten, um für ihren Mandanten, den mutmaßlichen Erpresser Michael F., einen Strafnachlass zu erwirken. Nach Angaben von "Panorama" sollen auf der DVD Kontoinformationen von über 2000 Kunden mit einem Volumen von mehr als vier Milliarden Euro gespeichert sein.
Die Anwältinnen hingegen bestreiten laut "Panorama" die Vorwürfe. Sie hätten weder Kontakt mit Vertretern der Liechtensteinischen Landesbank gehabt noch hätten sie versucht, "Zeugen zu beeinflussen oder einzuschüchtern". Der im September 2007 verhaftete mutmaßliche Rostocker Erpresser F. soll über Jahre die Liechtensteinische Landesbank erpresst und gemeinsam mit seinen Komplizen insgesamt neun Millionen Euro Erpressungsgeld erhalten haben.
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