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Restaurant-Kette
Vorwürfe gegen Vapiano

Restaurant-Kette: Vorwürfe gegen Vapiano
FOTO: RPO
Düsseldorf. Ex-Mitarbeiter belasten das Bonner Unternehmen Vapiano. Arbeitszeiten sollen manipuliert worden sein.

Die Restaurant-Kette Vapiano ist wegen ihres Umgangs mit Mitarbeitern in die Kritik geraten. Wie die "Welt am Sonntag" berichtet, soll es Fehlverhalten einzelner Schicht-, Restaurant- oder Bezirksleiter in Bezug auf Arbeitszeitregelungen und Stempelzeiten gegeben haben. So versicherten sechs frühere Restaurantmanager eidesstattlich, dass sie von Vorgesetzten oder Vorgängern darin eingewiesen worden seien, wie sie die Stempelzeiten ihrer Beschäftigten nachträglich am Computer anpassen könnten.

Demnach seien die Einsatzzeiten regelmäßig um Zeitspannen von zehn bis 20 Minuten nach unten korrigiert worden. Auch seien den Mitarbeitern Pausenzeiten zugeschrieben worden, obwohl sie diese gar nicht genommen hätten. Entsprechen die Vorwürfe der Wahrheit, handelt es sich nach Ansicht von Arbeitsrechtsexperten nicht nur um Betrug an den Mitarbeitern, sondern möglicherweise auch um die Hinterziehung von Sozialversicherungsbeiträgen.

Vorwürfe kommen auch vonseiten mehrerer früherer Auszubildenden, die diese ebenfalls an Eides statt versicherten. Sie hätten oft deutlich länger als im Arbeitsvertrag vorgesehen arbeiten müssen. Zudem seien die gesetzlich vorgeschriebenen Ruhezeiten nicht eingehalten worden.

Vapiano hat 150 Restaurants weltweit, 66 in Deutschland. Nicht alle werden direkt von dem Unternehmen betrieben, einige werden von Franchisenehmern geführt. Vapiano bietet italienische Küche an. Die Selbstbedienungsrestaurants setzen vor allem auf junges Publikum.

Das Unternehmen kündigte am Sonntag "eine rückhaltlose Aufklärung durch die unabhängige Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers" an. Der designierte Vorstandschef Jochen Halfmann erklärte: "Mich machen die geschilderten Fälle der Vergangenheit sehr betroffen. So etwas darf nicht passieren." Halfmann kündigte an, bei aufgedecktem Fehlverhalten werde das Unternehmen personelle Konsequenzen ziehen.

Der scheidende Vapiano-Chef Gregor Gerlach erklärte, die Zentrale führe systematisch und regelmäßig Kontrollen durch, um Fehlverhalten seitens einer Restaurantleitung unmöglich zu machen. "Es bedarf schon fast krimineller Energie, trotzdem gegen die strengen Regeln zum Schutz von unseren Mitarbeitern und Auszubildenden zu verstoßen."

Die Ex-Mitarbeiter hatten erklärt, die Manipulation sei durchgeführt worden, um die scharfen Budgetanforderungen zu erfüllen. Gerlach zufolge habe dazu allerdings überhaupt kein Grund bestanden, da der Personalkostenanteil im Vergleich zu anderen Systemgastronomen überdurchschnittlich hoch angesetzt sei. Vapiano will nun einen Verhaltenskodex zum Umgang mit Mitarbeitern und Auszubildenden einführen und einen Ombudsmann berufen, an den sich Mitarbeiter anonym wenden könnten. Zudem will der Konzern ein neues Zeiterfassungssystem einführen.

Quelle: RP
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