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  Foto: dapd, dapd
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Trotz glänzender Halbjahreszahlen: VW-Aktie stürzt ab

zuletzt aktualisiert: 28.07.2011 - 15:42

Wolfsburg (RPO). Böse Überraschung für den VW-Konzern trotz glänzender Zahlen zum Halbjahr: Der Aktienkurs brach am Donnerstag massiv ein, obwohl der größte Autobauer Europas das Nettoergebnis im ersten Halbjahr von 1,8 Milliarden Euro 2010 auf 6,5 Milliarden Euro mehr als verdreifacht hatte. Der Kurs der VW-Aktie fiel um zeitweise mehr als sechs Prozent und machte Volkswagen zum schlechtesten Wert im Aktienindex Dax.

Vorher hatte VW starke Halbjahreszahlen vorgelegt, die aber Analysten und Investoren nicht voll überzeugten. So stammen 2,1 Milliarden Euro Gewinn aus dem Finanzergebnis und nicht aus dem eigenen operativen Geschäft. Darin stecken Gewinne der China-Töchter sowie Bewertungsänderungen im Zusammenhang mit der Porsche-Übernahme. Außerdem warnte Vorstandschef Martin Winterkorn vor Wolken am Konjunkturhimmel.

Der VW-Umsatz stieg bis Ende Juni um 26 Prozent auf 77,8 Milliarden Euro. Die Wolfsburger hatten weltweit 4,1 Millionen Fahrzeuge abgesetzt, ein Zuwachs von 16 Prozent. Der Marktanteil legte zu.

Kunden wählen größere Modelle

Laut Hersteller wählen viele Kunden größere oder besser ausgestattete Modelle, an denen Autobauer grundsätzlich mehr verdienen. Nach Angaben von Finanzvorstand Hans Dieter Pötsch haben neben dem höheren Absatz "die geringeren Produktkosten zur gestiegenen Profitabilität" beigetragen.

Volkswagen hob angesichts der guten Zahlen den Ausblick für das Gesamtjahr an: Umsatz und operativer Gewinn werden das Ergebnis von 2010 "deutlich übertreffen", teilte der Konzern in Wolfsburg mit. Allein aus dem China-Geschäft flossen VW Gewinne von 1,2 Milliarden Euro zu, 50 Prozent mehr als im Vorjahr.

Größter Gewinnbringer war wie üblich die Luxus-Tochter Audi: 2,5 Milliarden Euro erwirtschafteten die Bayern mit nur 760.000 verkauften Autos. Die Stammmarke VW kam mit 2,2 Millionen Autos auf 2,1 Milliarden Euro Gewinn. Die Lkw-Tochter Scania steuerte 743 Millionen Euro bei, Skoda 412 Millionen und die Sparte der leichten Nutzfahrzeuge in Hannover lieferte 253 Millionen Euro. Seat und Bentley steckten noch leicht in den roten Zahlen.

19,4 Milliarden auf der hohen Kante

Die flüssigen Mittel des Konzerns stiegen gegenüber Ende Dezember um 0,8 Milliarden auf 19,4 Milliarden Euro, obwohl Milliarden Euro für Firmenzukäufe wie die Porsche-Vertriebsholding, MAN-Anteile oder Aktien von SGL Carbon abflossen.

Für das Gesamtjahr erwartet Volkswagen, dass die weltweite Autonachfrage weiter anzieht und 2011 mehr Autos als je zuvor weltweit verkauft werden. "Die anhaltend hohe Nachfrage in strategisch wichtigen Märkten gibt uns Rückenwind und unsere zahlreichen neuen Modelle sorgen für zusätzlichen Schub", sagte Winterkorn. VW will die Produktion im zweiten Halbjahr weiter hochfahren und hat bereits Sonderschichten vereinbart.

Der Konzernchef warnte aber auch vor Risiken: Die angespannte Schuldensituation einiger Euro-Staaten und das Ende der Förderprogramme würden die Nachfrage belasten.

Die Märkte in China und Indien werden ihre positive Entwicklung nach VW-Einschätzung dagegen fortsetzen, und auch in Amerika geht der Konzern von einem Wachstum der Neuzulassungen aus. "Volkswagen ist robust genug, um auf der Überholspur bleiben zu können", sagte Winterkorn.

Finanzchef Pötsch hielt weiter am Fusionsplan mit Porsche fest. Die Wahrscheinlichkeit, bis Ende 2011 die Fusion endgültig zu beschließen, bezifferte er weiter auf 50 Prozent. Die Fusion hängt fest, weil Ermittlungen gegen ehemalige Porsche-Manager laufen und ein Urteil möglicherweise die Fusion behindern könnte. Pötsch sagte, der VW-Vorstand werde im September über das weitere Vorgehen entscheiden.

Winterkorn peilt für das Gesamtjahr einen Rekordabsatz von über acht Millionen Stück an. Bis 2018 will der Konzern mit Marken wie VW, Audi, Skoda, Seat, Porsche oder Scania bei zehn Millionen Stück liegen und der größte Autobauer der Welt werden.

Quelle: apd/felt

 
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