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Abgas-Skandal
"Deutliche Absenkung" der VW-Boni geplant

VW-Boni werden nach Abgas-Skandal "deutlich gekürzt"
Auch für VW-Vorstandschef Matthias Müller könnten die Boni gekürzt werden FOTO: dpa, axs lof
Hannover. Die Frage ist wohl nicht mehr "ob", sondern nur noch "um wie viel?". Auf die VW-Vorstände kommt im Schatten der Abgas-Affäre eine spürbare Kürzung der Bonuszahlungen zu. Dafür war einiges an Druck nötig.

Volkswagens oberste Top-Manager sollen wegen des Abgas-Skandals auf einen beträchtlichen Teil ihrer üppigen Bonuszahlungen verzichten. Der Aufsichtsrat sei sich mit dem Vorstand einig darüber, dass "angesichts der aktuellen Lage des Unternehmens ein Zeichen auch beim Thema Vorstandsvergütung gesetzt werden muss", sagte Niedersachsens Regierungschef Stephan Weil am Mittwoch im Landtag in Hannover. Damit bestätigte der SPD-Politiker Äußerungen aus Konzernkreisen, über die am Dienstagabend berichtet wurde.

Zur genauen Höhe einer "deutlichen Absenkung der variablen Vergütung" gab es zunächst keine Details. In Medienberichten war von einer Kappung um bis zu 30 Prozent die Rede. Die genaue Ausgestaltung blieb vorerst offen - etwa zu den Fragen, ob es bei einem einmaligen freiwilligen Verzicht bleibt oder bei welchen Gehaltsbestandteilen die Regelung (Boni, langfristige Anreize) im Einzelnen greift.

Man müsse bei der Debatte um die Bonuszahlungen "auch die Erwartungen in der Öffentlichkeit" berücksichtigen, erklärte Weil. Es würden noch verschiedene Modelle diskutiert: "Ich bitte um Verständnis dafür, diesen Beratungen nicht vorgreifen zu können." Die Frage werde den Aufsichtsrat bei der Sitzung am Freitag kommender Woche beschäftigen.

Zwischenbericht über Schuldfrage in der Abgas-Affäre

Dann soll auch über den Umgang mit dem Zwischenbericht der US-Anwaltskanzlei Jones Day über die Schuldfrage in der Abgas-Affäre entschieden werden. "Unabhängig von den Ermittlungen, die Justizbehörden in den Vereinigten Staaten und in der Bundesrepublik führen, ist für die Sitzung des VW-Aufsichtsrates am 22. April eine qualifizierte Berichterstattung vorgesehen" sagte Weil. "In diesem Zusammenhang wird dann auch über Art und Weise einer Unterrichtung der Öffentlichkeit zu befinden sein."

Der Konzern hatte eine "Berichterstattung zur Aufklärung der Hintergründe und Verantwortlichkeiten der Abgasthematik" für die zweite April-Hälfte versprochen. Es ist bisher unklar, in welcher Form das geschehen soll. Inwieweit Aktionäre und Öffentlichkeit unterrichtet werden, ist ebenso ungewiss wie Antworten zu der Frage, ob und in welchem Umfang Teile des Zwischenberichtes einsehbar sind.

(crwo/dpa)
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