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Reaktion auf die Abgas-Affäre
Niedersachsen fordert vollständigen Boni-Verzicht bei VW

Hintergrund: Fragen und Antworten zum Abgas-Skandal
Hintergrund: Fragen und Antworten zum Abgas-Skandal
Wolfsburg. Der Streit um die Boni bei VW geht in die nächste Runde. Das Land Niedersachsen drängt nach Medieninformationen darauf, dass der Vorstand von Volkswagen wegen der Abgasaffäre vollständig oder zumindest weitgehend auf Bonuszahlungen verzichtet.

Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) wolle am Montag auf der Sitzung des Aufsichtsratspräsidiums von VW in Wolfsburg die eigentlich fälligen Bonuszahlungen in Millionenhöhe verhindern, berichteten "Süddeutsche Zeitung", NDR und WDR. Das Bundesland ist einer der drei Hauptaktionäre von VW.

Im Konzern wird mit einer heftigen Auseinandersetzung im Präsidium des Aufsichtsrats gerechnet. Vorstandschef Matthias Müller ist bislang nur zu einem teilweisen Verzicht bereit. Müller und einige seiner Vorstandskollegen haben zusätzlich zu ihren Gehältern in Millionenhöhe Anspruch auf Boni in Höhe von 2,5 Millionen Euro und mehr. Das gilt selbst dann, wenn VW das Geschäftsjahr 2015 wegen der Abgas-Affäre mit Verlust abschließen sollte.

Müllers Kompromissvorschlag: Kürzung um ein Drittel

Die Jahre 2012 bis 2014, nach deren Entwicklung sich die Bonuszahlungen richten, liefen gut für den Konzern, der Gewinne in Milliardenhöhe machte und zufriedene Kunden und Mitarbeiter hatte. Dennoch seien nach Ansicht des Landes Niedersachsen wegen der Abgasaffäre hohe Boni aber niemandem vermittelbar, weder der Bevölkerung noch den Geschäftspartnern und Kunden von VW, hieß es in den Medienberichten.

Laut der "Bild am Sonntag" will Vorstandschef Müller eine Kürzung um knapp ein Drittel vorschlagen. Diese Regelung würde demnach die neun Vorstandsmitglieder betreffen, aber auch 2015 ausgeschiedene Top-Manager wie Martin Winterkorn. "Spiegel Online" hatte bereits am Donnerstag berichtet, dass die Top-Manager von VW allenfalls eine Kürzung ihrer Boni hinnehmen würden.

VW hatte im September zugegeben, weltweit in rund elf Millionen Fahrzeuge unterschiedlicher Marken des Konzerns eine illegale Software eingebaut zu haben, die den Schadstoffausstoß im Testbetrieb als zu niedrig ausweist. Weltweit drohen dem Konzern hohe Straf- und Entschädigungszahlungen.

(das/AFP)
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