Rund 2500 Beschäftigte folgen Aufruf: Warnstreiks bei der Post im Osten und in Hessen
zuletzt aktualisiert: 04.04.2008 - 12:12Frankfurt/Main (RPO). Der Tarifstreit bei der Deutschen Post ist am Freitag mit Warnstreiks in Hessen, Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt fortgesetzt worden. Zahlreiche Briefe und Pakete blieben liegen. Dem Aufruf folgten rund 2500 Beschäftigte in mehreren Städten.
Dadurch kam es zu Verzögerungen und Ausfällen bei der Auslieferung. Die Deutsche Post versicherte, dass die am Freitag nicht zugestellten Sendungen am (morgigen) Samstag bei den Kunden eingehen würden.
Insgesamt bezifferte ver.di die Ausfälle auf 3,5 Millionen Briefsendungen und 50.000 Pakete. Die Post wies diese Berechnungen erneut als übertrieben zurück.
Die Streikaktionen in Ostdeutschland seien nach Plan gelaufen, sagte ein ver.di-Sprecher in Leipzig. Insgesamt hätten sich in Sachsen-Anhalt, Thüringen und Sachsen rund 1.100 Zusteller beteiligt. Größere Kundgebungen gab es seinen Angaben zufolge in Leipzig, Magdeburg und Zwickau. In vielen Orten wurden eingehende Sendungen in den Morgenstunden zwar von den Mitarbeitern sortiert, dann aber nicht ausgetragen. Post und Pakete blieben so in nahezu zwei Dutzend Orten liegen.
Internationales Postzentrum in Niederaula bestreikt
Die Mitarbeiter fuhren zum Teil mit Bussen zu den Kundgebungsorten. Anschließend gingen sie nach ver.di-Angaben direkt in den Feierabend. Die Gewerkschaft sprach von einem deutlichen Signal. Die Postmitarbeiter seien sehr entschlossen.
"Niemand hindert die Arbeitgeberseite, unverzüglich ein vernünftiges Angebot vorzulegen", mahnte der zuständige ver.di-Landesfachbereichsleiter Andreas Wiedemann ein Einlenken der Arbeitgeberseite an.
Zu weiteren Arbeitsniederlegungen kam es nach ver.di-Angaben in Hessen: Bestreikt wurden Niederlassungen in Wiesbaden, Kassel und Gießen sowie das Internationale Postzentrum in Niederaula südlich von Kassel. Dazu aufgerufen waren mehr als 1.300 Mitarbeiter. Auch in Hessen kam es zu Verzögerungen bei der Auslieferung.
Die stellvertretende ver.di-Vorsitzende Andrea Kocsis erklärte: "Unsere Mitarbeiter sind entschlossen. Es gibt keine Arbeitszeitverlängerung bei der Deutschen Post AG. Das ist so sicher wie das Zölibat."
Die Gewerkschaft fordert die Verlängerung des Tarifvertrages zum Ausschluss betriebsbedingter Beendigungskündigungen bis zum Jahr 2011 sowie die Festschreibung der Arbeitszeit der Beamten auf 38,5 Stunden. Die Tarifverhandlungen für die 130.000 betroffenen Beschäftigten der Deutschen Post werden am 9. April fortgesetzt.
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