Wirtschaft: Warum SinnLeffers und Wehmeyer in Not sind
zuletzt aktualisiert: 07.08.2008Düsseldorf (RP). Es gibt Textilketten, in denen brummt das Geschäft – wie bei Peek & Cloppenburg und Hennes & Mauritz. Und es gibt solche, die am Tropf hängen – SinnLeffers und Wehmeyer, die gerade Insolvenz angemeldet haben. Ihr großes Problem: Sie gehören zum so genannten Mittelklasse-Segment. Und im Textilhandel gilt wie in anderen Bereichen des Einzelhandels: Mittelmaß ist tödlich.
„Eins ist klar: Der Konsument wird nur dann wieder in die Shops pilgern, wenn sich die Manager für ein klares Konzept entscheiden. Und nicht alles für alle unter einem Dach anbieten“, schreibt das Fachmagazin „Impulse“. In der Tat: Für Vollsortimenter ist in der deutschen Textillandschaft kein Platz.
Entweder man entscheidet sich für niedrige Preise wie die Tengelmann-Tochter Kik oder deren Konkurrent Takko. Oder man versucht mit Luxusmarken und einem entsprechenden Ambiente den Einkauf für den potenziellen Kunden zu einem besonderen Erlebnis werden zu lassen. Wer weder das eine noch das andere tut, hat auf Dauer verloren.
Das gilt im Übrigen auch für die deutsche Kaufhaus-Landschaft generell. „Die grundlegende Idee des Warenhauses, das in lukrativer Innenstadtlage alles unter einem Dach bietet, hat in Deutschland Zukunft. An wie vielen Standorten, ist eine andere Frage“, sagte Peter Breuer, Handelsexperte der Unternehmensberatung McKinsey, in einem Interview.
Zukunftsträchtig sind nach Einschätzungen von Fachleuten die Edel-Warenhäuser in den großen Metropolen: das KaDeWe in Berlin, das Alsterhaus in Hamburg und andere. Für Hertie-Häuser war schon vor Jahren im damaligen Karstadt-Quelle-Konzern kein Platz mehr.
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