Commerzbank-Verstaatlichung: Was bedeutet sie für Kunden, Steuerzahler und Mitarbeiter?
VON THORSTEN BREITKOPF - zuletzt aktualisiert: 10.01.2009 - 12:55Düsseldorf (RPO). Zum ersten Mal in der Krise hat auch Deutschland eine private Bank teilverstaatlicht. Damit will der Bund Stabilität im Bankensektor schaffen. Aber welche Auswirkungen hat der staatliche Eingriff auf Kunden und Mitarbeiter, auf Steuerzahler und Aktionäre des Unternehmens?
Für die einen ist es der Sündenfall der freien Wirtschaft – für die anderen der ultimative Fallschirm vor dem Absturz: Die Commerzbank ist teilverstaatlicht worden. 25 Prozent plus eine Aktie gehören nun dem Bund.
Commerzbank-Chef Martin Blessing pocht unterdessen auf die Entscheidungshoheit des Vorstands. "Der Bund stellt künftig Vertreter im Aufsichtsrat, aber der Vorstand führt weiterhin die Geschäfte der Bank und trifft die Entscheidungen", sagte Blessing laut "Bild"-Zeitung.
Mit der Milliardenspritze des Bundes will der Bankchef sein Institut wetterfest machen. Die Pleite der US-Bank Lehman Brothers habe Folgen sowohl für die Commerzbank als auch für die Dresdner Bank gehabt.
Das Geld des Bundes sei zudem keine Schenkung: "Es ist ein Investment, auf das wir angemessene Zinsen zahlen müssen. Insofern ist es für den Staat eine gut verzinste Einlage", wird Blessing zitiert.
Eine erneute Milliardenunterstützung werde die Bank nach jetzigem Stand nicht brauchen. Es wäre aber unseriös, "in diesen Zeiten etwas generell auszuschließen", sagte Blessing laut "Bild".
Die Verantwortlichen aus der Politik haben unterdessen beteuert, sich wollten sich aus der Geschäftspolitik der Bank heraushalten. Damit ist eine Frage beantwortet. Aber es gibt weitere: Wer profitiert von dem staatlichen Eingriff? Wer muss am Ende den Preis dafür bezahlen? Wir analysieren die Folgen des Commerzbank-Deals für Steuerzahler, Kunden und Aktionäre.
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