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Berechnungen der Deutschen Rentenversicherung: Was bringt der Riester-Vertrag wirklich?

zuletzt aktualisiert: 10.01.2008 - 17:34

Köln (RPO). Millionen zukünftige Rentner zahlen jeden Monat in ihren Riestervertrag ein und hoffen, sich damit ein bisschen Geld fürs Alter zurückzulegen. Laut einem Bericht des ARD-Magazins "Monitor" laufen diese nun Gefahr, trotz Riester-Rente im Alter keinen Euro zusätzlich in der Tasche zu haben.

Das Fernsehmagazin beruft sich auf interne Zahlen der Deutschen Rentenversicherung. "Monitor" zitierte den Renten-Experten und langjährigen Regierungsberater Winfried Schmähl mit den Worten, "Millionen" müssten damit rechnen, "dass sich ihre Riester-Förderung gewissermaßen in Luft auflöst". Schuld sei das seit Jahren sinkende Leistungsniveau der gesetzlichen Rentenversicherung und eine gesetzliche Regelung, die bislang selbst Experten kaum bekannt sei: Die Anrechnung der Riester-Ersparnis auf die Grundsicherung.

Davon betroffen sei jeder, der im Alter so wenig habe, dass er auf Sozialhilfe angewiesen sei. Denn in die Berechnung des Grundsicherungsanspruchs fließe auch die private Riester-Vorsorge ein, berichtete das Magazin. Die staatliche Unterstützung werde dann genau um den Betrag der angesparten Riester-Rente gekürzt.

Nach Angaben von "Monitor" geht aus internen Berechnungen der Rentenversicherung hervor, dass selbst ein Durchschnittsverdiener, der 32 Jahre in die Rentenkasse einzahlt, im Jahr 2030 voraussichtlich keinen Nutzen von Riester wegen der Anrechnung auf die Grundsicherung haben werde. Die Deutsche Rentenversicherung bezeichnete diese Aussagen in einer ersten Stellungnahme als sehr irreführend. Denn bei den zitierten Zahlen werde nur auf das Einkommen aus der gesetzlichen Rentenversicherung abgestellt. Doch bloß 65 Prozent des Brutto-Einkommens der Menschen über 65 Jahre kämen daher. Anderes Einkommen bleibe bei den Berechnungen außen vor.

Die staatlich geförderte Riester-Rente ermögliche es gerade Personengruppen, die sonst keine private Altersvorsorge abschließen könnten, sich mit geringen Eigenbeiträgen ab fünf Euro im Monat eine zusätzliche Altersvorsorge aufzubauen, teilte die Rentenversicherung weiter mit. Gerade für Geringverdiener lägen die Förderquoten bei bis zu 90 Prozent.

Der Wirtschaftsweise Bert Rürup fordert "Monitor" zufolge eine Änderung der Gesetzeslage. Wer für die Riester-Rente einzahle, müsse das Geld später tatsächlich zusätzlich in der Tasche haben. Die Sendung soll am Donnerstag um 21.45 Uhr im Ersten ausgestrahlt werden.

Quelle: ap

 
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