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Opel-Rettung: Was Fiat und Magna bieten

VON MICHAEL BRÖCKER - zuletzt aktualisiert: 20.05.2009 - 06:55

Berlin (RP). Die beiden Opel-Interessenten legen heute der Bundesregierung ihre Konzepte für eine Übernahme des Autobauers vor. Fiat will einen Weltkonzern formen, Magna setzt verstärkt auf den russischen Markt.

Bis Dienstagnacht feilten Anwälte und Manager des italienischen Autobauers Fiat sowie des österreichisch-kanadischen Autozulieferers Magna an den Details ihrer Übernahme-Konzepte für Opel.

Heute präsentieren die Chefs der beiden wichtigsten Interessenten, Magna-Europa-Chef Siegfried Wolff und Fiat-Vorstand Sergio Marchionne, der Bundesregierung ihre detaillierten Pläne zur Übernahme des angeschlagenen Autobauers.

Wirtschaftsminister zu Guttenberg (CSU) hatte die Frist gesetzt, weil Opel durch die bevorstehende Insolvenz des Mutterkonzerns GM in Finanznot gerät. Die Privatinvestoren bitten wiederum um Milliardenbürgschaften bei einer Übernahme. Was haben sie vor?

Fiat – Schrumpfkur auf Italienisch
Fiat-Chef Sergio Marchionne will aus Fiat, Opel und dem US-Autobauer Chrysler einen Autokonzern formen, der hinter Toyota weltweit auf Platz zwei rangiert. Hauptargument ist das Gesamtvolumen der hergestellten Autos von mehr als sechs Millionen Fahrzeugen pro Jahr. Damit einher geht eine Schrumpfkur bei Werken und Mitarbeitern. Betriebsräte bei Opel und Fiat rechnen mittelfristig mit der Schließung von zehn (bisher 24) Werken in Europa und dem Abbau von 18 000 Stellen. In Deutschland ist laut aktuellem Fiat-Konzept "Phoenix" der Standort Kaiserslautern in Gefahr.

Die Motorenherstellung soll komplett nach Italien verschoben werden. Auch die Komponentenherstellung in Rüsselsheim und Bochum soll drastisch heruntergefahren ("downsizing") werden. Die Opel-Betriebsräte, SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier und die Ministerpräsidenten der Länder mit Opel-Standorte, darunter NRW-Regierungschef Jürgen Rüttgers (CDU), beurteilen die Pläne daher skeptisch.

Die Überschneidungen zwischen Fiat- und Opel-Modellen sind groß. Dass mittelfristig Italien und nicht Deutschland von der Übernahme profitieren, sei logisch, sagen betriebsräte. Autoexperten warnen zudem vor den finanziellen Schwierigkeiten der Italiener. Fiat drückt eine Schuldenlast von mehr als sechs Milliarden Euro. Im Fiat-Konzept wird ausdrücklich eine Staatsbürgschaft von mindestens sieben Milliarden Euro gefordert.

Magna – Osteuropa im Fokus
Der austro-kanadische Autozulieferer Magna will mit dem russischen Autobauer Gaz und der russischen Großsparkasse Sberbank Opel übernehmen. Ziel soll ein europäisch-russischer Massenhersteller sein, der sich vor allem auf dem wachsenden Markt Russland und Osteuropa behauptet. Die Führung des neuen Konzerns soll das bisherige GM-Europa-Management übernehmen.

Russland will mit Hilfe der Opel-Technologie endgültig eine wettbewerbsfähige Autoindustrie aufbauen. In zehn Jahren könnte der neue Opel-Konzern bis zu fünf Millionen Auto spro Jahr verkaufen, schätzen die Magna-Manager in ihrem mehr als 100 Seiten umfassenden Konzept "Beam". Zwei europäische Werke sollen geschlossen, die vier deutschen Standorte aber erhalten und durch Kooperationen mit Herstellern wie Ford oder Peugeot (PSA) noch stärker ausgelastet werden.

Überschneidungen bei Modellen gibt es nicht. Zentrale des Konzerns bleibt Rüsselsheim. Magna selbst strebt nur eine Minderheitsbeteiligung von 19,9 Prozent erwerben, Gaz und die Sberbank sollen 30,1 Prozent der Anteile übernehmen. Auch GM-Europa und die Opel-Händler sollen sich beteiligen. Einen Stellenabbau werde mittelfristig aber auch Magna nicht vermeiden, sagt eine mit den Verhandlungen vertraute Person.

Quelle: RP

 
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