Auswirkungen in der Wirtschaft: Wegen Streik: 10.000 VW auf Halde
zuletzt aktualisiert: 16.11.2007 - 14:31Wolfsburg (RPO). Wegen des Streiks der Lokführer im Güterverkehr stehen bei Europas größtem Autoproduzenten Volkswagen mittlerweile 10.000 Fahrzeuge auf Halde. Sie sind auf Ausweichflächen geparkt. Auch bei Audi und BMW gibt es Probleme.
Nach Angaben eines VW-Unternehmenssprechers stehen mittlerweile mehrere Tagesproduktionen auf Ausweichflächen. "Mit dem erwarteten Zulauf aus der heutigen Produktion rechnen wir mit einem Anstieg der fertigen Fahrzeuge auf den Ausweichflächen auf 10.000", sagte ein Unternehmenssprecher am Freitag in Wolfsburg.
Produktionseinschränkungen drohen durch den 62-Stunden-Streik bei der VW-Konzernmarke Volkswagen weiterhin nicht. Die Materialversorgung sei bis zur Frühschicht am Montag sichergestellt, sagte der Unternehmenssprecher weiter. Bis dahin sei auch der Abtransport der Neufahrzeuge auf Ausweichflächen oder zur Auslieferung gesichert. 10.000 Neufahrzeuge entsprächen der europaweiten Produktion der Konzernmarke von eineinhalb Tagen.
Betroffen vom deutschen Bahnstreik war auch die VW-Tochter Audi. Das lahmgelegte Werk in Brüssel will am Montag wieder die Produktion aufnehmen. Nachdem das Werk auch am Freitag stillstand, rief das Unternehmen rund zehn Prozent der vom Produktionsstillstand betroffenen 800 Mitarbeiter der Freitagsschicht an ihre Arbeitsplätze zurück. Sie sollten die Produktionsanlagen vorbereiten, dass die nächste Schicht am Montag reibungslos mit der Arbeit beginnen könne, sagte Unternehmenssprecher Eric Felber der Nachrichtenagentur AP.
Weil wegen des Streiks drei Schichten ausfielen, wurden in dem Werk 650 Fahrzeuge vom Typ Audi A3 und VW Polo nicht gebaut. Die Produktion soll nachgeholt werden. Grund waren Verspätungen zweier Züge mit Karosserieteilen aus dem slowakischen VW-Werk in Bratislava, die wegen des Bahnstreiks laut Audi lange in Ostdeutschland aufgehalten wurden. In den anderen Audi-Werken in Deutschland und Ungarn blieb der Bahnstreik dagegen ohne negative Auswirkungen auf die Produktion. Allerdings führt der Bahnstreik in Frankreich dazu, dass pro Tag 140 Fahrzeuge aus den Audi-Werken nicht per Bahn nach Frankreich und Spanien geliefert werden können.
Auch bei BMW behinderte der ausländische Bahnstreik den Abtransport fertiger Fahrzeuge in die beiden Länder. Wie BMW-Sprecher Michael Rebstock erklärte, ist zudem die Lieferung von Fahrzeugen der Marke Mini nach Italien eingeschränkt, da die Fahrzeuge vom englischen Werk Oxford über den belgischen Hafen Zeebrugge normalerweise per Bahn durch Frankreich nach Italien transportiert würden. Der deutsche Bahnstreik habe bei BMW bislang zu keinen Produktionsengpässen geführt.
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