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EZB wegen Bondkäufen in der Kritik: Weidmann sieht "beträchtliche Risiken"

zuletzt aktualisiert: 17.09.2011 - 22:11

Berlin (RPO). Die Europäische Zentralbank hat nach Ansicht von Bundesbank-Präsident Jens Weidmann durch ihre geldpolitischen Maßnahmen zur Beruhigung der Märkte "beträchtliche Risiken" in ihre Bilanz genommen.

Das bedeute eine Umverteilung von Risiken zwischen den Steuerzahlern einzelner Länder, sagte Weidmann dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" laut Vorabmeldung vom Samstag. "Wir müssen diese Risiken wieder reduzieren, denn für diese Risiken steht mit 27 Prozent der deutsche Steuerzahler gerade."

Weidmann sieht sich nach eigenen Worten in der Tradition der stabilitätspolitischen Prinzipien der Bundesbank. Diese würden auch von der deutschen Öffentlichkeit gestützt. Er werde diese Position auch weiter im EZB-Rat einbringen, sagte Weidmann.

Er halte es für falsch, unter Berufung auf einen allgemeinen Notstand alle bewährten Prinzipien der Geldpolitik über Bord zu werfen. "Springt die Geldpolitik erst einmal ein, wird es immer wieder Gründe geben, die vermeintlich für eine Fortsetzung dieser Maßnahme sprechen", sagte der Bundesbank-Präsident.

Wenn die Geldpolitik in die Märkte eingreife, verringere sie den Druck auf die betroffenen Regierungen, notwendige Reformen einzuleiten. Auch sei nur die Politik demokratisch legitimiert, Sparprogramme aufzulegen oder Rettungspakete zu schnüren.

Der Ankauf von Staatsanleihen durch die EZB ist selbst innerhalb der Zentralbank umstritten. So räumt EZB-Chefvolkswirt Jürgen Stark wegen dieser Schritte seinen Posten, wie aus seinem Umfeld verlautete.

Die EZB hat seit Mai 2010 für inzwischen rund 140 Milliarden Euro Anleihen von Schuldenländern in ihre Bilanz genommen. Dadurch sinken die Zinsen, die Staaten wie Italien bei der Aufnahme neuer Schulden zahlen müssen. Kritiker monieren, dass die Länder weniger Anreize zum Sparen haben.

Quelle: RTR/jre

 
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