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EC-Karten Panorama
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Unternehmen in der Kritik: Weitere EC-Karten-Netzbetreiber sammeln Daten

zuletzt aktualisiert: 24.09.2010 - 08:34

Frankfurt (RPO). Daten zu Kartenzahlungen von Verbrauchern werden in Deutschland offenbar nahezu flächendeckend gesammelt. Neben dem Marktführer Easycash bieten auch mindestens zwei weitere Betreiber von EC-Kartennetzen Analysen zur Bonität des Kunden an.

Das berichtete die "Frankfurter Rundschau" am Freitag. Easycash war am Donnerstag in die Kritik geraten, da das Unternehmen Angaben zu Betrag, Zeitpunkt und Ort von Transaktionen speichert. Ziel sei es, auf Grundlage der Daten Empfehlungen für Vertragsunternehmen unter anderem im Hinblick auf die Zahlungsfähigkeit und Kreditwürdigkeit des Karteninhabers zu erstellen.

Beim zweitgrößten Anbieter Telecash wird bei Zahlung mit EC-Karte laut "Frankfurter Rundschau" sofort an der Kasse geprüft, ob das Bezahlen mit Unterschrift erlaubt wird. Ansonsten wird die Geheimnummer des Kunden verlangt. Hintergrund ist, dass das Bezahlen mit Unterschrift für die Händler deutlich kostengünstiger ist - zugleich aber auch risikoreicher, da die Geschäfte von den Banken kein Geld erhalten, wenn das Konto nicht gedeckt ist.

Ein ähnliches Angebote macht der Karten-Netzbetreiber Intercard seinen Kunden. Er wirbt auf seiner Internetseite, zunächst werde das Bezahlen mit Unterschrift autorisiert. "Nur bei erkannten Risiken wird automatisch auf das PIN-basierte electronic-cash-Verfahren umgeschaltet, um gegebenenfalls die Zahlung durch Anfrage bei der Bank des Kunden absichern zu lassen."

Dass die zusätzliche Erfassung der Kreditwürdigkeit nicht ungewöhnlich ist, bestätigt der Easycash-Konkurrent Intercard aus Bayern. "Wir bieten unseren Kunden ein System, dass die Bonität an der Kasse überprüft", sagte eine Sprecherin unserer Redaktion. Bei weniger guter Bonität kann der Kunde nicht mit Karte und Unterschrift, sondern nur durch Eingabe seiner Geheimnummer zahlen. Dadurch wird der Kontostand des Kunden überprüft. Ist der Kreditrahmen überzogen, den die Bank dem Kunden auf dem Girokonto einräumt, kann nicht per Karte gezahlt werden.

Betroffen von den Datensammlungen durch Easycash und andere Anbieter sind vermutlich Millionen deutsche Verbraucher, die mit ihrer EC-Karte etwa an der Supermarktkasse zahlen. Datenschützer kritisieren, für die Datenspeicherung sei das Einverständnis der Kunden notwendig. Dies wies Easycash am Donnerstag zurück.

Kunden von Easycash sind laut Homepage der Firma unter anderem die VW-Bank, Real, WMF und Rewe. Welche dieser Einzelhändler neben der bloßen Zahlungsverkehrsdienstleistung von Easycash auch die Risikoüberprüfung in Anspruch nehmen, ist nicht bekannt. Rewe nutzte nach eigenen Angaben bis Mai die so genannte Zahlungswege-Empfehlung, verzichtet aber seither wegen der Bedenken von Datenschützern auf die Bonitätsüberprüfung.


NRW-Datenschutzbeauftragter übt scharfe Kritik

Der nordrhein-westfälische Datenschutzbeauftragte Ulrich Lepper kritisierte die Bonitätsprüfung. "Grundsätzlich muss jeder selbst entscheiden können, wer was wann und bei welcher Gelegenheit über ihn weiß", sagte er dem "Kölner Stadt-Anzeiger". Hier gebe es bei dem Unternehmen "noch einige offene Fragen".

Lepper fügte hinzu: "Es gibt eine Vielzahl unterschiedlicher komplexer Dienstleistungen, die von Unternehmen für EC-Zahlungsdienste angeboten werden. Wenn dabei Informationen über einzelne Zahlungen an verschiedenen Stellen nach Karte, Zeit und Höhe ausgewertet werden, ohne dass Zahlungsausfälle feststehen, wird dafür eine Einwilligung des einzelnen Kunden erforderlich sein."

Sein Sprecher Nils Schröder sagte der Zeitung, für die Praxis von Easycash fehle die gesetzliche Grundlage. Und es reiche nicht aus, wenn der Kunde erst im Nachhinein seine Einwilligung gebe. Die Datenschützer wollten spätestens bis zum 12. Oktober eine bundeseinheitliche Lösung für das Problem finden, so Schröder.

Lepper ist für die Kontrolle von Easycash zuständig, weil das Unternehmen im nordrhein-westfälischen Ratingen seinen Sitz hat.

Quelle: AFP/dapd/RP

 
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