Infineon-Tochter Qimonda: Weltweit sollen 3000 Mitarbeiter entlassen werden
zuletzt aktualisiert: 13.10.2008 - 08:51Neubiberg (RPO). Die angeschlagene Infineon-Tochter Qimonda will weltweit 3000 Mitarbeiter entlassen. Betroffen sind hauptsächlich Mitarbeiter in München, Dresden und dem US-amerikanischen Raleigh. Das Unternehmen konnte noch keine genauen Angaben machen, wie viele Angestellte wo entlassen werden sollen. Gespräche mit den Betriebsräten stehen unmittelbar bevor.
Aufgrund der schlechten Marktsituation bei den DRAM-Speicherchips ist Qimonda zufolge das umfassende globale Restrukturierungs- und Kostensenkungsprogramm notwendig geworden. Der Qimonda-Vorstandsvorsitzende Kin Wah Loh betonte, dass die Fertigungskapazitäten rationalisiert sowie die operativen und Personalstrukturen gestrafft würden. Im Zuge der Restrukturierung wird Qimonda bis zum Januar 2009 unter anderem die Fertigung in Produktionsanlagen in den USA vollständig zurückfahren. Auch Teile der Fertigung für Komponenten und Module in Dresden sollen bis Ende März 2009 eingestellt werden.
Qimonda verkauft weiterhin ihre Beteiligung am taiwanischen Chiphersteller Inotera an den US-Wettbewerber Micron. Der Kaufpreis für die 35,6-prozentige Beteiligung betrage 400 Millionen Dollar (295 Millionen Euro) und werde bar in zwei Raten gezahlt, teilte das DAX-Unternehmen Infineon in der Nacht zu Montag mit.
Die Inotera Memories ist ein im Jahr 2003 von dem taiwanischen Technologiekonzern Nanya Technology und Qimonda gegründetes Gemeinschaftsunternehmen zur Herstellung von Speicherchips.
Zudem bekräftigte Infineon, ihre Qimonda-Beteiligung verkaufen zu wollen. Der Konzern hält aktuell rund 77,5 Prozent an dem Chiphersteller. Infineon teilte in diesem Zusammenhang mit, es fänden Gespräche "mit verschiedenen Investoren" statt. Ziel der Verhandlungen sei es, die Beteiligung an Qimonda "ganz oder teilweise zu veräußern".
Qimonda beschäftigt nach Angaben vom Dezember vergangenen Jahres in Deutschland rund 5000 Mitarbeiter. Weltweit arbeiten für den Chiphersteller 13 500 Personen.
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