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Google Aktie
  Foto: dpa, Daniel Reinhardt
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Für Google-Aktie geht es nach Panne abwärts: Wenn Internetriesen die Börsen nervös machen

VON DANA SCHÜLBE - zuletzt aktualisiert: 19.10.2012 - 10:36

New York (RPO). Es war wohl der bislang härteste Börsentag für Google. Weil die Geschäftszahlen Stunden zu früh veröffentlicht wurden, stürzte die Aktie des Internetgiganten ab. Die Panne weckt Erinnerungen an den Börsengang von Facebook. Und sie zeigt einmal mehr, wie empfindlich die Händler insbesondere bei Internetgiganten reagieren.

Kurz nach Mittag Ortszeit passierte das Malheur. Inmitten des laufenden US-Börsenhandels lagen plötzlich die Geschäftszahlen für das dritte Quartal auf dem Tisch. Dabei werden solche Bilanzen üblicherweise erst nach Handelsschluss veröffentlicht, um den Händlern und Anlegern Zeit zu geben, sich in das Zahlenwerk einzulesen.

Doch bei Google war das nun anders, offensichtlich durch einen Fehler bei einem Dienstleister, der den noch unfertigen Bericht veröffentlichte. Darin fehlten etwa Zitate von Google-Chef Larry Page. Sein "Wir hatten ein starkes Quartal" wurde später nicht mehr so registriert, wie es eigentlich hätte sein sollen.

Die Händler nahmen nur die nackten Zahlen wahr – und die zeigten einen Gewinneinbruch um 20 Prozent. Die Folge: Viele drückten den Verkaufsknopf, mit der Aktie ging es bergab. Dabei hatte Google beim Umsatz sogar 45 Prozent zugelegt, doch der Kauf von Motorola hatte den Gewinn gedrückt.

Erst verkauft, dann gefragt

Für einen erfolgsverwöhnten Giganten wie Google können solche Nachrichten schnell zu einer Zitterpartie an der Börse werden. Denn die Erwartungen der Händler sind in solchen Fällen oft sehr hoch. Das hat sich zuletzt auch bei Apple gezeigt. Als im Juli bekannt wurde, dass das Unternehmen zwar Millionen iPhones verkauft hatte, aber weniger als die Experten erwartet hatten, ging es mit dem Börsenkurs gleich fünf Prozent herab.

Google hat es angesichts der Panne sogar noch härter getroffen. Zwischenzeitlich verlor der Wert des Papieres über zehn Prozent im Handel. Die Börsianer hätten zuerst auf den Knopf gedrückt und dann Fragen gestellt, so Ran Jacob von Jacob Funds gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters.

Schon jetzt Auswirkungen

Auch die Bank of America hat schon reagiert: Ihr Rating für die Aktie des Internet-Riesen hat sie erstmals seit sechs Jahren gesenkt. Und die Analysten von Bank of America Merrill Lynch stuften ihre Empfehlung von "Kaufen" auf "Halten" ab. Angesichts der Risiken für das Google-Werbegeschäft bei immer stärkerer Nutzung mobiler Geräte wie Smartphones und Tablets sei Vorsicht geboten, argumentierten sie am Freitag. Das Kursziel für die Google-Aktie kappte die Bank of America von 790 auf 745 Dollar.

Ob sich Google jetzt noch schnell börslich von der Panne erholt, ist fraglich, denn in einem anderen Fall dauerte es auch einige Tage bis sich das Parkett wieder beruhigt hat: Facebook.

Als das soziale Netzwerk nach Monaten voller großer Erwartungen an die Börse ging, wussten einige Investoren stundenlang nicht, ob ihre Kauforder überhaupt getätigt worden war. Die Panne sorgte für einen wirren Handelstag, einen Zick-Zack-Kurs der Aktie, der noch Tage anhalten sollte, und für eine Prüfung durch die US-Börsenaufsicht.

Das Werbe-Problem

Die Google-Aktie war durch den Facebook-Start damals mit in die Tiefe gerissen worden – nun sorgt das Papier selbst für Wirbel. Dabei ist Google eigentlich eine gestandene Größe auf dem Parkett. Die Börsenneulinge der anderen Internetriesen wie eben Facebook, Zynga oder LinkedIn müssen dagegen immer wieder gegen das Vorurteil kämpfen, dass eine neue Internetblase entstehen könnte.

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Auf der anderen Seite aber haben alle das gleiche Problem: ihre Werbeeinnahmen. Denn sie sind ein wichtiger Bestandteil der Bilanzen – auch bei Google. Bei Facebook etwa wurde die Frage gestellt, wie das Unternehmen denn Gewinn erzielen will, ebenso bei Zynga. Zumal mit dem Siegeszug der Smartphones ein neues Problem auf die Internetriesen zukommt. Auf den Telefonen lässt sich Werbung kaum darstellen. Dabei leben diese Firmen zu einem großen Teil vom Verkauf der Werbung.

Auch bei Google machen die Werbeerlöse einen wichtigen Teil der Bilanzen aus. Und dort nahm das Unternehmen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum 15 Prozent weniger ein. Zwar kann Google seine Werbung auf Smartphones und Tablets darstellen, doch die Erlöse sind geringer. Die Internetgiganten stehen also allesamt vor einer ähnlichen Herausforderung, die es zu meistern gilt. Und die Händler werden sehr genau – und manchmal mit schnell gezücktem Finger zum Verkauf – beobachten, wie ihnen das gelingt.

mit Agenturmaterial

Quelle: das/felt
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