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Zukunft der Landesbank: WestLB: Fusion oder Holding?

VON GEORG WINTERS - zuletzt aktualisiert: 26.06.2007 - 19:05

Düsseldorf (RP). Holding oder Fusion mit der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) - diese Modelle beschäftigen die politischen Entscheidungsträger. Ersteres wäre im Sinne von WestLB-Chef Fischer, eine Fusion mehr im Interesse der LBBW.

Am 27. August findet die diesjährige Verbandsversammlung des Rheinischen Sparkassen- und Giroverbandes statt. An dem Tag, so glauben Branchenkenner, wird auf der Tagesordnung auch das Thema WestLB stehen. Bis dahin, so heißt es, wird es klare Willensbekundungen von Politikern über die Zukunft der deutschen Landesbanken geben - und damit eine Vorentscheidung darüber, in welche Richtung der Zug für die WestLB fährt. Die rheinischen Sparkassen sind eines der Zünglein an der Waage bei der Frage, wie eine gemeinsame Zukunft der WestLB und der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) aussehen könnte.

Fusion oder Holding - der Modell-Streit ist derzeit in vollem Gange. Ein echter Zusammenschluss der beiden Institute wäre vor allem für LBBW-Chef Siegfried Jaschinski reizvoll: Der Wert des Stuttgarter Unternehmens wird auf einen kleinen zweistelligen Milliardenbetrag taxiert - deutlich mehr als der der WestLB. Konsequenz: Bei einer Fusion würde sich das Gewicht Richtung Stuttgart verschieben, und die Wahl des neuen Chefs fiele vermutlich auf Jaschinski - und damit gegen WestLB-Spitzenmann Fischer. Entsprechend heißt es im Umfeld der Landesbanken: „Mit der LBBW ist eine Holding nicht zu machen.“ Ob Jaschinski seine politischen Eigentümer letztlich dazu bewegen könnte, die Gespräche platzen zu lassen, wenn das nordrhein-westfälische Lager eine Fusion ablehnt, bleibt offen.

Von Jaschinski und Co. in einer neuen Gesellschaft zum Juniorpartner degradiert zu werden - das wiederum kann dem ehemaligen Deutsche-Bank-Manager Fischer nun gar nicht gefallen. Da er seinen Posten nicht kampflos räumen will, zieht er gegen einen echten Zusammenschluss zu Felde und macht Politik für eine Holding. Da stünden die Chefs der Landesbanken dann mehr oder weniger gleichberechtigt nebeneinander, und es müsste nur noch einen Vordenker für die neue Dachgesellschaft geben. Vielleicht sogar Fischer selbst?

Die Holding hat beim Feilschen um die Form offenbar jetzt auch der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) auf dem Radar. Nachdem Verbands-Präsident Heinrich Haasis bisher mehrfach für eine Fusion von LBBW und WestLB plädiert hatte (bei der die größten Synergieeffekte zu erzielen wären), hieß es gestern von Seiten des DSGV: „Es gilt jetzt in Ruhe auszuloten, was wie möglich ist.“ Dagegen löst der Gedanke einer Super-Holding als Dachgesellschaft für alle deutschen Landesbanken, angeblich von Fischer selbst ins Spiel gebracht, große Skepsis aus. Bayerns Finanzminister Faltlhauser hat gestern ebenso abgewunken wie sein niedersächsischer Amtskollege Möllring. Und auch Branchenkenner sind pessimistisch: „Das ist von der Konstruktion her schwierig.“

Und dann gibt es da noch ein paar Sparkassen, die bestimmt gern Bares sehen und ihre WestLB-Anteile am liebsten verkaufen würden. Kein Wunder, wenn man vor Jahren für die Kapitalerhöhung bei der WestLB schon kräftig zur Kasse gebete wurde und jetzt das Gleiche beim Kauf der Landesbank Berlin passiert. Aber solche Gedanken scheinen in der aktuellen Großwetterlage kaum durchsetzbar.


 
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