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Gründung von "Bad Bank": WestLB kürzt Chefgehälter um zwei Drittel

VON GEORG WINTERS - zuletzt aktualisiert: 09.10.2009 - 06:07

Düsseldorf (RP). Der staatliche Rettungsfonds Soffin übernimmt Garantien für Papiere der Landesbank. Als Gegenleistung dürfen Vorstände zwei Jahre lang maximal eine halbe Million Euro verdienen.

Nach der Zustimmung des Aufsichtsrats und der Genehmigung weiterer Staatshilfen aus Brüssel steht bei der WestLB der Gründung der ersten "Bad Bank" in Deutschland nichts mehr im Weg. Als Gegenleistung dafür, dass sich der staatliche Rettungsfonds Soffin an den dafür notwendigen milliardenschweren Garantien beteiligt, müssen die Manager der Bank allerdings deutliche Gehaltseinbußen hinnehmen.

Die Vorstandsgehälter werden für den Zeitraum vom 1. November 2009 bis 31. Oktober 2011 auf 500.000 Euro jährlich je Vorstandsmitglied beschränkt. Das heißt: Bei derzeit sechs Vorständen dürfte das Top-Management zusammengerechnet maximal drei Millionen Euro pro Jahr kassieren. Für 2008 hatte die Bank insgesamt 10,2 Millionen Euro an die Vorstandsmitglieder gezahlt und dabei auf Boni verzichtet. Das Management bekommt damit höchstens ein Drittel der bisherigen Zahlungen.

Um mögliche Sondervergütungen für das laufende Jahr hatte es zuletzt heftige Diskussionen gegeben, nachdem WestLB-Chef Dietrich Voigtländer entgegen Forderungen von Politikern Boni für 2009 nicht ausdrücklich ausgeschlossen hatte.

Jetzt hat Voigtländer sich in einem Brief an die Mitarbeiter gewandt, der unserer Zeitung vorliegt. Darin heißt es: "Die WestLB will und muss die Regelungen anerkennen und umsetzen, die bei einer Hilfe durch das Finanzmarktstabilisierungsgesetz vorgesehen sind. (...)  Das war dem Vorstand von Beginn an bewusst. Jedes Vorstandsmitglied hat dem Aufsichtsrat deshalb bereits Anfang September angeboten, die persönlichen Folgen in Verantwortung für die Bank, für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, aber auch gesellschaftspolitisch zu akzeptieren."

Hintergrund der Aktion: Die WestLB will so genannte "nicht-strategische Aktiva" in einem Volumen von 87 Milliarden Euro in die "Bad Bank" auslagern. Dafür benötigt sie die Hilfe ihrer Eigentümer (Land NRW sowie die Sparkassen- und die Landschaftsverbände im Rheinland und in Westfalen) sowie des Soffin. Die Auslagerung ist eine Voraussetzung dafür, dass die EU milliardenschwere Garantien der Eigentümer aus dem vergangenen Jahr genehmigt.

Quelle: RP

 
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