Trotz Finanzkrise: WestLB meldet Neun-Monats-Gewinn
zuletzt aktualisiert: 13.11.2008 - 17:25Düsseldorf (RPO). Diese Zahlen überraschen wohl jeden Nichtfachmann: Die von der Finanzkrise gebeutelte WestLB hat vor allem dank neuer EU-Bilanzregeln und der Risikoabschirmung durch ihre Eigentümer in den ersten neun Monaten 2008 einen Gewinn von 532 Millionen Euro erzielt.
Die Bank bleibe damit trotz der erheblichen Belastungen aus der Finanzkrise "operativ auf Kurs", sagte WestLB-Chef Heinz Hilbert am Donnerstag in Düsseldorf.
Wesentlich geprägt wurden die Neun-Monats-Zahlen weiterhin durch die von den Eigentümern der Bank getragene Risikoabschirmung für die Folgen der Subprime-Krise. Die damit verbundene Veräußerung von besonders betroffenen Wertpapierportfolios an eine Zweckgesellschaft hatten der WestLB im ersten Halbjahr eine Übertragungsgewinn von 962 Millionen Euro beschert. Durch die Anwendung der geänderten EU-Bilanzierungsrichtlinien vermied die Bank nach eigenen Angaben außerdem Bewertungsverluste von 150 Millionen Euro.
Im Vorjahr hatte das Unternehmen noch einen Verlust von 145 Millionen Euro ausweisen müssen. Die Bank betonte, in den nun vorgelegten Zahlen seien Aufwendungen für Restrukturierungsmaßnahmen ebenso berücksichtigt wie erhöhte Risikovorsorgen und die Folgen der Marktverwerfungen bei Wertpapieren. Für das Engagement bei isländischen Banken in Höhe von insgesamt 196 Millionen Euro sei im dritten Quartal in voller Höhe Vorsorge getroffen worden, betonte das Unternehmen. Die Kreditrisikovorsorge wurde wegen der sich eintrübenden Aussichten auf insgesamt 345 Millionen Euro erhöht.
Fortschritte bei Kostensenkungsbemühungen
Deutliche Fortschritte machte die WestLB nach eigenen Angaben bei ihren Kostensenkungsbemühungen. Die Verwaltungsaufwendungen lagen mit gut einer Milliarde Euro um 11 Prozent unter dem Vorjahreswert. Hier machten sich vor allem der Personalabbau sowie Kürzungen bei der leistungsorientierten Vergütung bemerkbar.
Die Bank sei nun für zukünftige Herausforderungen gut gerüstet, meinte Hilgert. Dies gelte auch mit Blick auf die notwendige Konsolidierung im Landesbankensektor. Ihren vollständigen Zwischenbericht will die WestLB am 27. November veröffentlichen.
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