Bahngewerkschaft Transnet: "Wettbewerb schadet den Kunden"
zuletzt aktualisiert: 08.11.2009 - 16:31Berlin/Dresden (RPO). Die Bahngewerkschaft Transnet sieht den zunehmenden Wettbewerb im Schienen-Fernverkehr skeptisch. "Langfristig wird der Wettbewerb auf der Schiene den Kunden und dem Angebot schaden", sagte Transnet-Vorsitzender Alexander Kirchner einem Zeitungsbericht zufolge. Wenn mehrere Anbieter der Deutschen Bahn auf beliebten Strecken Konkurrenz machten, würden die Preise unter Druck kommen.
"Wenn die Bahn Einnahmeverluste hat, wird sie womöglich Randbereiche im Schienennetz nicht mehr bedienen", sagte Kirchner. Städte wie Kiel, Bremen, Cottbus, Potsdam, Konstanz, Dresden oder Saarbrücken könnten dann bald vom Fernverkehr abgekoppelt werden - solche Verbindungen seien ein Zuschussgeschäft. Zusätzlichen Druck gebe es durch die Fernreisebusse, die die schwarz-gelbe Koalition zulassen wolle. "Womöglich gibt es in zehn Jahren nur noch zwischen den großen Städten Fernzüge", sagte Kirchner.
Der Staat solle deshalb Regeln für den Fernverkehr vorschreiben, schlug Kirchner vor. "Er könnte zum Beispiel Strecken nur dann vergeben, wenn sich ein Anbieter verpflichtet, nicht nur auf Rennstrecken zu fahren, sondern auch in die Randgebiete", sagte der Gewerkschafter.
Die DGB-Gewerkschaft Transnet und die unter dem Dach des Beamtenbundes arbeitende Bahngewerkschaft GDBA hatten vor einer Woche ihre Fusion angekündigt. Die Lokführergewerkschaft GDL erwartet allerdings Widerstand seitens der Dachverbände. "Ich denke, dass der Beamtenbund gegen den Abgang einer Gewerkschaft vorgehen wird", sagte GDL-Chef Claus Weselsky der "Sächsischen Zeitung" (Samstagausgabe). Auch die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di "wird das nicht einfach hinnehmen." Hier komme eine typische Bahngewerkschaft als angedachte Verkehrsgewerkschaft in einen Markt, den ver.di abdecke.
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