Die jüngsten Daten aus der Wirtschaft lassen auf ein baldiges Ende der Krise hoffen.
Was wir jetzt tun müssen, damit es mit Deutschland wieder aufwärts geht, sagen uns vier Menschen, die es wissen sollten.
Ist die Krise jetzt vorbei?
Peer Steinbrück, Bundesfinanzminister:
"Einige Indikatoren haben sich in der Tat erfreulich entwickelt. Aber jeder, der so tut, als hätten wir die Krise bereits aus dem Anzug gebürstet, irrt gründlich. Es gibt noch genug Unsicherheiten und Risiken."
Ist die Krise jetzt vorbei?
Claudia Kemfert, Berliner Top-Ökonomin:
"Zumindest scheint die Talsohle überwunden zu sein. Der Ölpreis ist ein Indikator für wirtschaftlichen Aufschwung und dieser steigt bereits seit einiger Zeit."
Ist die Krise jetzt vorbei?
Ulrich Lehner, Chemieverbands-Präsident:
"Das Schlimmste für die Wirtschaft scheint vorbei zu sein. Auch unsere gute Sozialpartnerschaft hat geholfen, breite Entlassungen zu verhindern. Nun müssen aber neue Wachstumschancen gesichert werden."
Ist die Krise jetzt vorbei?
"Gustav-Adolf Horn, Leiter des gewerkschaftsnahen Instituts für Makroökonomie:
Wir haben den Aufschwung noch nicht, sondern bestenfalls eine Stabilisierung."
Was muss die Politik jetzt tun?
Peer Steinbrück, Bundesfinanzminister:
"Jetzt geht es darum, die Konsequenzen aus der Krise zu ziehen. Wir brauchen vor allem Verkehrsregeln für die Finanzmärkte und eine nachhaltige Förderung des Wirtschaftswachstums über mehr und bessere Bildung.
Mit der Verlängerung des Kurzarbeitergeldes haben wir bisher verhindert, dass es zu Massenentlassungen kommen wird. Im Winter wird die Arbeitslosigkeit aber wieder steigen. Wichtig ist, dass wir keine flächendeckende Kreditklemme bekommen."
Was muss die Politik jetzt tun?
Claudia Kemfert, Berliner Top-Ökonomin:
"Sie muss die Zukunftsmärkte stärken, damit die Wirtschaft wieder richtig an Fahrt gewinnt und die Schulden möglichst rasch wieder abgebaut werden können.
Insbesondere die Automobilbranche hat ihr Nachholbedarf. Sie muss fit werden für zukünftige Anforderungen und die richtigen Produkte anbieten wie beispielsweise Elektrofahrzeuge. Dann werden Massenentlassungen ausbleiben."
Was muss die Politik jetzt tun?
Ulrich Lehner, Chemieverbands-Präsident:
"Die Politik muss klar führen und die richtigen Rahmenbedingungen für die Wirtschaft und die Arbeitsplätze setzen. Die große Beliebtheit von Bundeswirtschaftsminister zu Guttenberg zeigt, dass sich eine klare Linie auszahlt.
Wenn die Politik offen sagt, welche Reformen sie für notwendig hält, dann wird die Bevölkerung ihr auch folgen. Die Politik darf sich nicht immer nur am nächsten Wahltag orientieren."
Was muss die Politik jetzt tun?
Gustav-Adolf Horn, Leiter des gewerkschaftsnahen Instituts für Makroökonomie:
"Was wir für einen nachhaltigen Aufschwung brauchen ist die Fortsetzung einer expansiven Geld- und Fiskalpolitik. Dazu gehören niedrige Zinsen der Europäischen Zentralbank (EZB) und ein drittes Konjunkturpaket im Umfang von 50 Milliarden Euro, das sich an die beiden ersten Programme der Großen Koalition nahtlos anschließen muss."