Der einst größte Autokonzern der Welt, General Motors, ist pleite. Am 1. Juni beantragte das Unternehmen die Insolvenz. Es ist das Aus einer Ikone der amerikanischen Industrie. Wir zeichnen den Weg in die Pleite nach.
16. September 1908
William Durant
gründet General Motors. Buick ist von Anfang an dabei, Oldsmobile kommt im November hinzu. Später folgen Pontiac, Cadillac, Chevrolet und BMC.
1921
Der Autobauer kommt auf einen Marktanteil von 12 Prozent auf dem US-Automarkt.
1929
Der amerikanische Konzern übernimmt die deutsche
Adam Opel AG.
1941
General Motors steigert den
Marktanteil auf 41 Prozent. Die ersten Cadillacs mit Klimaanlage werden angeboten.
1979
GM ist mit 618.365 Beschäftigten der größte private Arbeitgeber des Landes. Weltweit beschäftigt der Autobauer sogar 853.000 Menschen.
1980
GM macht eine
Verlust von 750 Millionen Dollar, als der Auto- und Lkw-Absatz deutlich sinkt.
1991
GM macht einen
Verlust von 4,45 Milliarden Dollar. Jobabbau und Werkschließungen sollen den Autobauer wieder aus den roten Zahlen bringen.
2000
Rick Wagoner wird GM-Chef. Er setzt weiterhin auf große Motoren. Den Kampf gegen die Konkurrenz will er mit einer Rabattschlacht gewinnen. Anfangs erfolgreich. Aber GM verpasst wie auch andere US-Hersteller den Trend zu kleineren, spritsparenden Autos.
2007
GM meldet einen
Verlust von 38,7 Milliarden Dollar, das größte Jahresdefizit in der Geschichte der US-Autoindustrie.
3. Dezember 2008
General Motors und Chrysler brauchen zum Überleben noch vor Jahresende eine
Milliarden-Stütze vom Staat.
19. Dezember 2009
Der scheidende US-Präsident Bush gewährt General Motors und Chrysler
Milliarden-Notkredite bis zum 31. März 2009.
30. März 2009
Die Regierung von US-Präsident Barack Obama lehnt die Sanierungspläne von GM und Chrysler ab. Keines der Unternehmen habe einen belastbaren Plan vorgelegt, der weitere Milliarden Dollar Steuergelder wert sei, erklärten ranghohe Beamte der Regierung. Chrysler soll noch 30 Tage Zeit und Geld bekommen, GM 60 Tage.
30. März
Nachdem seine Sanierungspläne durchgefallen sind, muss GM-Chef Rick Wagoner zurücktreten. Nachfolger wird sein bisheriger Vize, der ehemalige GM-Europachef
Fritz Henderson, wegen seiner Erfahrungen mit harten Sanierungsaufgaben auch als "Fix-it-Fritz" bekannt.
24. April
Die US-Regierung gewährt GM einen
zusätzlichen Kredit in Höhe von 2 Milliarden Dollar.
27. April
GM bittet die US-Regierung um eine weitgehende
Verstaatlichung.
7. Mai
Der
Umsatz stürzt im ersten Quartal um 47 Prozent auf 22,4 Milliarden US-Dollar ab.
22. Mai
GM leiht sich
weitere 4 Milliarden Dollar bei der US-Regierung.
27. Mai
Die Mehrheit der GM-Gläubiger lehnt ein
Abfindungsangebot der US-Regierung ab.
28. Mai
Neues Angebot für die Gläubiger, ein erster Gläubigerausschuss stimmt zu.