kalaydo.de Anzeigen stellen auto immobilien kleinanzeigen tiere ferienwohnungen inserieren
  RP Providing |  RP Shop |  PremiumCard |  RP Reise
         
  Newsletter |  RSS |  Mobil |  Apps
Abo & Service | Anzeigen | ePaper | Schulprojekte  
 
       
 
  Gast
Kommentare ()

Steuerskandal: Wirbel um Zumwinkel-Anklägerin

VON DETLEV HÜWEL - zuletzt aktualisiert: 12.12.2008 - 22:21

Düsseldorf (RP). Im Strafverfahren gegen den früheren Postchef gab es eine faustdicke Überraschung: Staatsanwältin Margrit Lichtinghagen sollte das Verfahren abgeben. Die NRW-Justizministerin hat das jetzt verhindert.

Ex-Post-Chef Klaus Zumwinkel.  Foto: ddp, ddp
Ex-Post-Chef Klaus Zumwinkel. Foto: ddp, ddp

Das Steuerstrafverfahren gegen den früheren Postchef Klaus Zumwinkel und andere "Liechtenstein-Anleger" bleibt offenbar doch in den Händen der Bochumer Staatsanwältin Margrit Lichtinghagen. Allerdings muss sie nach Köln wechseln. Dies zeichnete sich gestern nach einer Krisensitzung bei NRW-Justizministerin Roswitha Müller-Piepenkötter (CDU) ab. Zuvor hatte es geheißen, dass die Staatsanwältin das Liechtenstein-Verfahren abgeben soll. Das Verhältnis zwischen ihr und der Leitung der Staatsanwaltschaft Bochum sei zerrüttet, ließ das Justizministerium wissen.

Über die Hintergründe gibt es bisher lediglich Spekulationen. Nach Informationen unserer Zeitung geht es offenbar auch darum, wie Lichtinghagen Bußgelder, die bei Einstellung von Verfahren gezahlt werden müssen, auf die verschiedenen Organisationen verteilt hat und ob dabei alles nach den üblichen Regeln abgelaufen ist.

Resolute Staatsanwältin wurde zu unbequem

Allerdings drängt sich auch der Verdacht auf, dass die resolute Staatsanwältin ­ wenige Wochen vor dem für den 22. Januar angesetzten Zumwinkel-Prozess unbequem geworden ist. Sollte sie deswegen, wie die "Süddeutsche Zeitung" schreibt, den Fall abgeben und in eine andere Abteilung der Bochumer Staatsanwaltschaft abgeschoben werden?

Ungereimtheiten gibt es in der Causa Zumwinkel schon genug. Das ZDF war offenbar genauestens informiert, dass die Kölner Wohnung des damaligen Postchefs am Morgen des 14. Februar durchsucht werden sollte. Bei Verlassen des Hauses hinter ihm vor laufenden Kameras: Margrit Lichtinghagen. Die Bilder sorgten für Aufsehen.

Erst kürzlich ist bekannt geworden, dass das Bochumer Landgericht ein angebliches Steuerdelikt Zumwinkels aus dem Jahr 2001 wegen eines Formfehlers für verjährt erklärt hatte. Pikant: Dadurch sinkt die Steuersumme, die Zumwinkel mit seiner Anlage in Liechtenstein unterschlagen haben soll, ganz knapp unter die Grenze von einer Million Euro. Steuervergehen ab einer Million, so hat unlängst der Bundesgerichtshof (BGH) geurteilt, sind mit einer Freiheitsstrafe zu ahnden. In Justizkreisen hieß es zwar umgehend, das Landgericht Bochum habe bei seiner Verjährungsentscheidung nicht vorhersehen können, welchen Grenzwert der BGH nennen werde, aber dennoch blieben Zweifel.

Lichtinghagen verhalte sich "hinterhältig"

Der Bericht über die geplante Versetzung der Staatsanwältin goss neues Öl ins Feuer. Angeblich soll der Leitende Oberstaatsanwalt in Bochum, Bernd-Rüdiger Schulte, ihr am Dienstag mitgeteilt haben, dass sie sich ungebührlich verhalten habe und "hinterhältig" sei. Manfred Proyer, Generalstaatsanwalt in Hamm, unterstütze die Amtsleitung, heißt es. Bernd Bienioßek, Sprecher der Bochumer Staatsanwaltschaft, gab sich auf Nachfragen wortkarg. Es handle sich um eine "reine Personalangelegenheit", sagte er. Mehr nicht.

Justizministerin Müller-Piepenkötter erkannte sofort die Brisanz der Vorgänge und berief gestern umgehend eine Krisensitzung im Ministerium ein. Sie hatte Staatssekretär Jan Söffing und Fachbeamte bei sich, während auf der anderen Seite der Hammer Generalstaatsanwalt saß. Zu einer Klärung kam es offenbar nicht. Es hätten sich "in den letzten Tagen schwerwiegende Vorwürfe gegen Frau Lichtinghagen ergeben", hieß es dazu in einer knappen Presseerklärung. Diese Vorwürfe sollen in der kommenden Woche geklärt werden.


 
Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung:

       
Anzeige:

Aktuell bei RP Online
Solaranlagen schaffen Leistung von 20 AKWs

Sonniges Pfingstwetter sorgt für Strom-Rekord

Solaranlagen schaffen Leistung von 20 AKWs

Das sommerliche Wetter hat Deutschland zu Pfingsten eine neue Spitzenleistung bei der Produktion von Sonnenstrom beschert. Eigentlich eine g ... mehr 

Berlin bereitet Wachstumspakt vor

Sechs-Punkte-Plan gegen die Krise

Berlin bereitet Wachstumspakt vor

Die Bundesregierung will im EU-Rat angeblich Sonderwirtschaftszonen in den Euro-Krisenländern vorschlagen. mehr 

Mehr Wirtschaft
Aus der Region

Sonniges Pfingstwetter sorgt für Strom-Rekord

Solaranlagen schaffen Leistung von 20 AKWs

Sechs-Punkte-Plan gegen die Krise

Berlin bereitet Wachstumspakt vor

Euro-Krise verschärft sich

Spaniens Banken brauchen noch mehr Geld

Videos

Video

Grefrather Eisbahn wird zur Filmkulisse

Die Schlittschuhläufer laufen eine Runde nach der anderen. Auf der Außenbahn des Grefrather Eisstadions ist dieses Mal alles etwas anders . ... mehr 

Video

Gefangen im Monster-Stau von Peking

In Chinas Hauptstadt gibt es nicht nur viele Menschen, sondern auch ziemlich viele Autos. Kein Wunder also, dass es dort immer wieder zu ... mehr 

Top-Services
 
Anzeige:
Weitere Videos unter www.nrw-business.tv
Politik-Nachrichten
Die Aufnahme zeigt die Wohnung von Klaas Carel Faber in Ingolstadt.

Nummer Drei auf Liste der "Nazi-Jäger"

NS-Kriegsverbrecher Klaas Carel Faber tot

Der niederländische NS-Kriegsverbrecher Klaas Carel Faber ist tot. Bis zuletzt lebte er unbehelligt im bayerischen Ingolstadt - geschützt von einem "Führererlass" Hitlers. Damit endet ein jahrzehntelanger Streit um seine Auslieferung. mehr

 
Wer-ist-Mahmud-Ahmadinedschad_1_11864.jpg

Arbeiten sollen im Jahr 2013 beginnen

Iran will zweites Atomkraftwerk bauen

Der Iran will ein zweites Atomkraft bauen. Wie das Staatsfernsehen am Sonntag unter Berufung auf Atomprogramm-Chef Fereidun Abbassi Dawani berichtete, sollen die Bauarbeiten im kommenden Jahr im südlichen Buschehr beginnen, wo seit Herbst 2011 ... mehr

 

Neuer Umweltminister Peter Altmaier

"Kernenergie in Deutschland ist Geschichte"

 

Möglicher SPD-Kandidat geht in die Offensive

Steinbrück: "Es wird einsam um Merkel"

 

Angriff auf syrische Stadt

Entsetzen über Massaker an Kindern

 

Genossen holen im Umfrage auf

SPD noch zwei Prozentpunkte hinter Union

 
 

Assads Macht gerät ins Wanken

Scheichs rüsten Syriens Rebellen auf

Strom-Rechner

kWh
vergleichen