Deutsche Industrie- und Handelskammer: Wirtschaft für Beschränkung von Manager-Boni
zuletzt aktualisiert: 04.03.2009 - 07:37Berlin/Düsseldorf (RP). Im Streit um hohe Managerbezüge macht sich die Wirtschaft für eine freiwillige Beschränkung stark. "Ich plädiere dafür, bei Managergehältern nur eine höhere Verantwortung auch höher zu vergüten", sagte der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages, Ludwig Georg Braun.
Braun weiter: "Erfolgsabhängige Bestandteile sind gerechtfertigt, sollten aber meines Erachtens das Doppelte oder Dreifache des Grundgehaltes nicht übersteigen. Die Entscheidung muss jedoch in der Verantwortung der Unternehmen bleiben und darf nicht vom Gesetzgeber geregelt werden."
Im Aufsichtsrat sei ja auch gewährleistet, dass die Sichtweise der Arbeitnehmer in die Entscheidung einfließe. Die Situation in den Unternehmen sei aber zu unterschiedlich für gesetzliche Einheitsregelungen: "Und schließlich ist die Vertragsfreiheit im Grundgesetz verankert", so Braun.
Die Managergehälter sind eines der Hauptthemen im Koalitionsausschuss heute Abend. Nach der SPD stellte auch die Union zusätzliche Forderungen auf. So sollen Manager ihre Aktienoptionen erst ausüben dürfen, wenn sie das Unternehmen verlassen haben. Boni sollen sie mit Verlusten verrechnen. Eine Deckelung der steuerlichen Abzugsfähigkeit von Managerbezügen lehnt die Union dagegen ab. Wenn die SPD darauf beharre, werde es kein Ergebnis geben, kündigte CSU-Landesgruppenchef Ramsauer an. Weitere Themen in der Spitzenrunde von Union und SPD:
Opel Beide Seiten wollen sich auf ein "faires" Rettungsverfahren einigen, das politische Willkür für bestimmte Firmen ausschließt.
Jobcenter Die Hartz-IV-Betreuung muss dem Grundgesetz angepasst werden. SPD und Länder schlagen eigenständige Behörden vor. Das lehnt die Unionsfraktion als "zu bürokratisch" ab. Einigung: offen.
Umweltgesetzbuch Die Spitzenrunde will einen letzten Anlauf unternehmen, ein einheitliches Umweltschutzrecht für Investoren und Landwirtschaft zu schaffen.
Zeitarbeit Die SPD beharrt auf der Einführung einer Lohnuntergrenze, die Union spielt auf Zeit.
Abwrackprämie Die SPD will eine Gesetzänderung, so dass sie Hartz-IV-Empfänger nutzen können.
Die NRW-Regierung startet derweil eine Bundesratsinitiative zur Stärkung der Aufsichtsräte. Kern ist die Einführung einer zweijährigen Karenzzeit, in der kein Wechsel vom Vorstand in den Aufsichtsrat desselben Unternehmens mehr erlaubt sein soll. Aufsichtsräte sollen zudem nur noch fünf (bisher zehn) Mandate wahrnehmen können.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum
