Cyber-Angriffe: Wirtschaft schlecht gegen Kriminalität schützt
zuletzt aktualisiert: 04.12.2010 - 11:40Düsseldorf (RPO). Die deutsche Wirtschaft ist schlecht gegen elektronische Angriffe wie Computerspionage und -kriminalität geschützt. "Im Bereich der Wirtschaft, speziell bei kleinen und mittleren Unternehmen, haben wir noch erhebliche Defizite", warnte der frühere Präsident des Bundesnachrichtendienstes (BND), August Hanning.
Viele Verantwortliche Manager in Unternehmen seien sich der Gefahr digitaler Attacken noch immer nicht bewusst, sagte Hanning im Gespräch mit der WirtschaftsWoche. Er stand bis Ende 2005 an der Spitze des deutschen Auslandsgeheimdienstes.
Insbesondere der seit Sommer dieses Jahres grassierende Computervirus Stuxnet stelle eine neue Dimension der Bedrohung dar. Der digitale Schädling, der offenbar das iranische Atomprogramm sabotieren sollte, gilt unter Sicherheitsexperten als Prototyp künftiger High-Tech-Attacken. Neben Angriffen von außen sei vor allem die Nutzung des Internets durch Terroristen und die organisierte Kriminalität ein Problem, warnt der Ex-Geheimdienstchef.
Neben mehr Sensibilität in der Wirtschaft mahnt er zusätzliche staatliche Anstrengungen zum Schutz gegen die digitale Bedrohung an. Trotz aller Maßnahmen sei ein Industrieland wie die Bundesrepublik jedoch nicht 100-prozentig zu schützen. Digitale Angriffe ließen sich nur erschweren und deren Auswirkungen begrenzen. "Wir bleiben verwundbar."
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