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DaimlerChrysler: Wirtschaftsministerium überprüft Verkauf von MTU

zuletzt aktualisiert: 28.12.2005 - 13:40

Stuttgart/München (rpo). DaimlerChrysler hat den Dieselmotoren-Hersteller MTU an den schwedischen Finanzinvestor EQT verkauft und einen Teil der Detroit Diesel Corporation (DDC) veräußert. Wie der Konzern bekanntgab, habe man sich auf einen Unternehmenswert von 1,6 Milliarden Euro geeinigt. Nun überprüft das Wirtschaftsministerium die Transaktion.

Unter Berücksichtigung von Liquidität, Schulden und Pensionsverpflichtungen verbleibe dem Autobauer ein Liquiditätszufluss in Höhe von etwa einer Milliarde Euro. Das Geschäft wurde dem Bundeswirtschaftsministerium angezeigt, wie eine Sprecherin mitteilte. Die einmonatige Prüfungsfrist, innerhalb derer die Möglichkeit zur Untersagung der Veräußerung bestehe, habe begonnen. Wann ein Ergebnis vorliege, könne aber noch nicht gesagt werden.

Parallel dazu werde die Prüfung durch die zuständigen Kartellbehörden eingeleitet, erklärte DaimlerChrysler. Neben den Großdieselmotoren entwickelt MTU auch Antriebsstränge für Marineschiffe und Antriebseinheiten für militärische Fahrzeuge. Vor diesem Hintergrund soll der Abschluss der Veräußerung - also der Eigentumsübergang, der Mittelzufluss und die ergebniswirksame Berücksichtigung der Transaktion - voraussichtlich im ersten Quartal 2006 stattfinden.

Marcus Brennecke, Managing Partner der EQT Deutschland, kündigte Investitionen in das Traditionsunternehmen an und betonte: "Dass wir bis zum Ernten der Früchte einen langen Atem benötigen, ist uns durchaus bewusst." Hauptsitz der Zentrale von MTU bleibe Friedrichshafen. MTU-Gesamtbetriebsratschef Karl-Heinz Wulle sagte, der Betriebsrat habe sich klar für einen Industrieinvestor ausgesprochen. EQT verfolge einen eher industriellen Ansatz, der sich an dem detaillierten Konzept, das dem Gremium präsentiert worden sei, gut ablesen lasse. Den Betriebsrat habe überzeugt, dass EQT das Budget für Forschung und Entwicklung kräftig aufstocken und in eine geplante Baureihe investieren wolle.

DaimlerChrysler-Konzernentwicklungsvorstand Rüdiger Grube sagte: "Mit der Veräußerung an EQT sind die Weichen für die weitere Expansion von MTU Friedrichshafen gestellt." Bei vergleichbaren Preisvorstellungen der drei Kaufinteressenten habe man sich für den Bieter mit dem überzeugendsten Konzept entschieden. Zuletzt hatte neben MAN noch der US-Finanzinvestor KKR geboten.

MTU hat über 7.000 Mitarbeiter

Im September 2005 hatte DaimlerChrysler alle Anteile der Familiengesellschafter der MTU Friedrichshafen GmbH erworben und ein neues Bieterverfahren eingeleitet. Ein erstes Verfahren war gescheitert, weil es zwischen dem Autobauer und den Familiengesellschaftern Streit über den möglichen Käufer gegeben hatte.

EQT ist ein schwedisches Beteiligungsunternehmen, das seit seiner Gründung 1994 in Wachstumsunternehmen vor allem in Nordeuropa investiert und Anteile an 39 Unternehmen erworben hat. Diese Gesellschaften erzielten zusammen ein Umsatzvolumen von rund 16 Milliarden Euro.

MTU erwirtschaftet einen Jahresumsatz von rund zwei Milliarden Euro und beschäftigt mehr als 7.000 Mitarbeiter, die meisten davon in Deutschland.

Quelle: ap

 
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