Foto: ddp/dpa
In den USA wird die Liste der Klagen gegen die Deutsche Bank wegen ihrer Hypothekengeschäfte immer länger. Nun will einem Zeitungsbericht zufolge auch die Aufsicht über den Hypothekenmarkt, die Federal Housing Finance Agency, ein Verfahren gegen das Institut sowie ein gutes Dutzend weiterer Großbanken einleiten. Doch auch in anderen Teilen der Welt steht Deutschlands größtes Geldhaus unter Beschuss. Eine Übersicht aus 2011.
Foto: ddp/dpa
15. August 2011: In Frankfurt beginnt der Prozess gegen sechs Händler um ein 230 Millionen Euro schweres Umsatzsteuerkarussell mit CO2-Verschmutzungszertifikaten. Der Handel wurde über die Deutsche Bank abgewickelt. Unter den 170 Beschuldigten im Visier der Staatsanwaltschaft sind auch sieben Mitarbeiter der Bank.
Foto: ddp/dpa
2. August 2011: Die Deutsche Bank muss sich in Italien für den jüngsten Abbau ihres Bestands an Anleihen des hoch verschuldeten Landes erklären. Die Börsenaufsicht Consob fordert vom Institut nähere Informationen hierzu an.
Foto: ddp/dpa
1. August 2011: Die US-Pensionskasse TIAA reicht Klage gegen die Bank ein und will millionenschweren Schadenersatz erzwingen. Das Institut soll Wertverluste von verbrieften Hypothekenpapieren ersetzen, die es als vermeintlich sichere Anlage verkauft habe.
Foto: ddp/dpa
14. Juli 2011: Die französisch-belgische Finanzgruppe Dexia verklagt die Bank wegen Verlusten aus verbrieften Hypothekenpapieren. Dexia wirft dem Geldhaus Betrug vor: Die Deutsche Bank habe die Papiere als vermeintlich sichere Anlage verkauft, zugleich aber selbst auf ein Platzen der zugrundeliegenden Kredite gewettet.
Foto: ddp/dpa
4. Mai 2011: Die Deutsche Bank bestätigt, dass die Stadt Los Angeles eine Klage gegen das Institut im Zusammenhang mit umstrittenen Zwangsräumungen eingereicht hat. Die Bank sei über Tochterunternehmen einer der größten "Slumlords" der Millionenmetropole, heißt es in der Klageschrift, die Entschädigungszahlungen von mehreren hundert Millionen Dollar nach sich ziehen könnte. Sie habe Hunderte Anwesen verfallen lassen und Menschen zu Unrecht aus ihrem Heim vertrieben. Nach Angaben des Instituts wurde die Klage inzwischen abgewiesen. Es sei noch offen, ob die Stadt in Berufung gehe.
Foto: ddp/dpa
3. Mai 2011: Die US-Regierung verklagt die Deutsche Bank. Sie wirft dem Geldhaus und dessen einstiger Immobilientochter MortgageIT vor, sich mit falschen Angaben zu faulen Krediten den Zugang zu einem Regierungsprogramm erschlichen zu haben, das für Hypotheken bürgte. Die Regierung macht hohe Verluste geltend. Die Klage könnte die Bank bis zu eine Milliarde Dollar kosten.
Foto: ddp/dpa
29. April 2011: Die EU-Wettbewerbshüter knöpfen sich den Handel für Kreditausfallversicherungen (CDS) vor, mit dem sich Investoren und Spekulanten gegen Pleiten von Staaten und Firmen absichern. Die Kartellermittlungen richten sich gegen 16 Investmentbanken, darunter die Deutsche Bank.
Foto: ddp/dpa
15. April 2011: In Hongkong sind die Behörden einem mutmaßlichen Betrugsskandal im Derivate-Handel auf der Spur - und haben dabei auch zwei Mitarbeiter der Deutschen Bank im Verdacht. Die beiden Händler werden nach Konzernangaben von der Anti-Korruptionsbehörde ICAC festgenommen.
Foto: ddp/dpa
13. April 2011: In den US-Untersuchungen zur Rolle der Wall Street in der Finanzkrise erhebt ein Senatsausschuss schwere Vorwürfe gegen die Deutsche Bank und Goldman Sachs . Der Deutschen Bank wird vorgeworfen, umstrittene Finanzprodukte aufgelegt zu haben. So habe sie unter anderem einen milliardenschweren verbrieften Hypothekenkredit (CDO) namens "Gemstone 7" geschnürt - und verkauft, bevor der Markt abstürzte. Der zuständige Händler habe gewusst, dass das Paket minderwertige Assets enthalte.
Foto: ddp/dpa
22. März 2011: Der Bundesgerichtshof gibt der Deutschen Bank eine schallende Ohrfeige: Sie muss an einen hessischen Mittelständler mehr als eine halbe Million Euro Schadenersatz zahlen. Diesen Betrag hatte der Kläger mit einem komplizierten Zinsswap-Geschäft verloren, das die Bank nach Auffassung des BGH "bewusst zulasten des Anlegers" konstruiert hatte
Foto: ddp/dpa
23. Februar 2011: Die Deutsche Bank darf wegen unfairer Handelspraktiken in Südkorea sechs Monate keine Derivate handeln, wie die dortige Finanzaufsicht FSC erklärt. Die Konzerntochter DSK habe von unfairem Handel profitiert und damit Gewinne in Millionenhöhe erzielt.