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Schreiben an Mitarbeiter: Woolworth: 1650 Jobs in Gefahr

VON GEORG WINTERS - zuletzt aktualisiert: 09.11.2007 - 11:37

Düsseldorf (RPO). Die Geschäftsführung hat den Mitarbeitern in einem Schreiben mitgeteilt, dass das Unternehmen vor einer harten Sanierung steht. Die neuen britischen Eigner wollen die Kette rasch wieder profitabel machen.

Als in der vergangenen Woche der Einstieg des britischen Finanzinvestors Argyll Partners bei der Billigkaufhauskette Woolworth offiziell bestätigt wurde, schwante einigen Mitarbeitern des Hauses schon nichts Gutes. Ein paar Tage später erreichte sie und ihre Kollegen ein Brief der Geschäftsführung, in dem sich manche Befürchtung bestätigt habe dürfte.

In dem Brief, der unserer Zeitung vorliegt, kündigt die Unternehmensspitze einen radikalen Stellenabbau an. Von einem umfassenden Restrukturierungsprogramm ist da die Rede. „Dies wurde auch mit unserem neuen Gesellschafter erörtert und sieht unter anderem den Abbau von insgesamt 1650 Vollzeit-Stellen in der Verwaltung und in den Filialen vor“, heißt es wörtlich in dem Brief.

Ein Drittel aller festen Jobs

1650 - das entspricht rein rechnerisch fast einem Drittel der Vollzeitstellen bei Woolworth. Insgesamt zählt das Unternehmen in Deutschland knapp 12000 Köpfe. Der Handelskonzern betreibt 337 Filialen, davon auch etliche an Rhein und Ruhr. In vielen Einkaufsstädten ist Woolworth fester Bestandteil der Szenerie.

Aber es gibt Probleme. Der Umsatz ist in den vergangenen Jahren deutlich gesunken und betrug zuletzt nur noch etwa 900 Millionen Euro. Gleichzeitig schaffte es Woolworth bisher nicht, aus den roten Zahlen zu kommen. Etwa 30 Millionen Euro betrug das Minus nach Angaben aus dem Umfeld des Unternehmens im Jahr 2005. Und rote Zahlen dürften auch in der Jahresrechnung für 2006 gestanden haben.

Der Konzern hat offenbar an allen Ecken zu sparen versucht. Auch beim Urlaubsgeld, um dessen Auszahlung sich einige Mitarbeiter gerichtlich mit ihrem Arbeitgeber gestritten haben sollen. In dem Schreiben, in dem die Geschäftsführung über die Sanierungspläne informierte, weist sie darauf hin, dass „wir Ende November ein Weihnachtsgeld und Ende Dezember die zweite Tranche des Urlaubsgeldes zahlen werden“.

Pläne für Filialnetz

Außerdem sei geplant, das Filialnetz zu erhalten - „abgesehen von wenigen, zum Teil bereits geplanten Schließungen“. Die könnten möglicherweise dort drohen, wo in nächster Zeit Mietverträge auslaufen, oder wo die Kaufhäuser in ungünstigen Lagen stehen. Die Immobilien, in denen die deutschen Woolworth-Filialen untergebracht sind, hat Agryll Partners an den US-Finanzinvestor Cerberus verkauft, um so einen Teil der anfallenden Sanierungskosten finanzieren zu können.

Die neuen britischen Eigner wollen Woolworth so schnell wie möglich wieder profitabel machen. Dazu gehört beispielsweise, dass die Infocounter in den rund 200 größeren Filialen verschwinden sollen, dass das Sortiment gestrafft wird, dass der Einkauf ähnlich wie im internationalen Geschäft des Essener Handelsriesen Arcandor (früher KarstadtQuelle) über Li & Fung abgewickelt werden soll. Das Unternehmen mit Sitz in Hongkong ist die größte Beschaffungsorganisation der Welt. Woolworth wolle seine Stellung als „preisgünstiger Nahversorger“ in den Zentren festigen, heißt es.

Die deutsche Woolworth war vor neun Jahren von ihrer damaligen amerikanischen Muttergesellschaft an die Investmentgesellschaft Electra Private Equity verkauft worden.

Quelle: RP

 
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