Insolvente Warenhauskette gerettet: Woolworth geht an Tengelmann und Kik
zuletzt aktualisiert: 07.05.2010 - 16:45Frankfurt (RPO). Die um das Überleben kämpfende Kaufhauskette Woolworth ist offenbar gerettet. Gesellschafter der Tengelmann-Gruppe und des Textildiscounters KiK haben nach langem Tauziehen in der Nacht zum Freitag einen Kaufvertrag für das Unternehmen unterschrieben, wie ein Sprecher des Insolvenzverwalters Ottmar Hermann mitteilte.
Damit seien auch die 4300 Arbeitsplätze in den rund 160 Filialen des Unternehmens gerettet. Den Beschäftigten würden neue Verträge zu gleichen Konditionen angeboten, sagte der Sprecher.
Allerdings muss der Gläubigerausschuss am Montag dem Abschluss noch zustimmen. Nach Auffassung des Insolvenzverwalters ist der Vertrag für die Gläubiger aber akzeptabel, sagte der Sprecher. Er betonte, letztlich sei es dem Engagement der Mitarbeiter und dem erfolgreichen Restrukturierungskonzept zu verdanken, dass sich nun doch ein Einzelhandelsspezialist für den Kauf des Unternehmens entschieden habe und Tausende von Arbeitsplätzen gerettet werden könnten. "Die Braut war am Anfang nicht sehr attraktiv, ist aber durch die Restrukturierung richtig hübsch und begehrt geworden", meinte er.
Woolworth hatte im Frühjahr 2009 Konkurs angemeldet. Von den ursprünglich 310 Filialen des Billigkaufhauses gingen danach 150 in die Hände neuer Betreiber. 160 Standorte werden aber weiter unter dem Namen Woolworth betrieben und schreiben nach den Angaben des Insolvenzverwalters inzwischen schwarze Zahlen. Von den 9.300 Beschäftigten blieben etwa 4.500 bei Woolworth.
Zuletzt hatte die Rettung des Unternehmens an von der US-Investmentgesellschaft Cerberus abgehangen, der 82 der 160 Filialen gehören, und die die ursprünglichen Pläne des Insolvenzverwalters zum Verkauf der Kette an einen anderen Interessenten blockiert hatte.
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