Insolvenz angemeldet: Woolworth in Großbritannien pleite
zuletzt aktualisiert: 27.11.2008 - 14:30London (RPO). Das Traditionskette Woolworth hat angekündigt, für seine 800 Kaufhäuser in Großbritannien und seinen Musik- und DVD-Vertrieb Insolvenz anzumelden. Das wurde am späten Mittwochabend aus Unternehmenskreisen bekannt. Die deutsche Woolworthkette ist von der Insolvenz nicht betroffen.
Nach 99 Jahren steht das britische Traditionskaufhaus Woolworths vor dem Aus. Im ersten Geschäftshalbjahr 2008 hatte das Unternehmen einen Verlust von 90,8 Millionen Pfund (108,6 Millionen Euro) ausgewiesen, 41 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Etwa 25.000 Arbeitsplätze sind in Gefahr.
Nachdem der Versuch eines Notverkaufs gescheitert war, teilte das Unternehmen am Donnerstag in London mit, es sehe keine Möglichkeit mehr, die beiden Geschäftszweige weiterzuführen. Die Billigkaufhauskette Woolworth in Deutschland ist von der Insolvenz nicht betroffen. Sie hat keinerlei Verbindung zu dem britischen Unternehmen.
Der Handel mit den Aktien des 1909 in Großbritannien etablierten Unternehmens war am Mittwoch an der Börse ausgesetzt worden, nachdem sie auf 1,22 Pence (1,44 Cent) abgestürzt waren.
Weitere Bereiche der Woolworths Group sind zunächst nicht in Mitleidenschaft gezogen. Das Unternehmen erklärte, der 2 Entertain Video- und Musikverlag, ein Gemeinschaftsunternehmen mit dem kommerziellen Arm der BBC, sei ebenso weiterhin tätig wie der Buchgroßhändler Bertram. Woolworths bestätigte allerdings Gespräche mit BBC Worldwide, um seine 40 Prozent Anteile an dem Videoverlag an den Partner zu verkaufen.
Mit der Abwicklung der Insolvenz wurde die Unternehmensberatung Deloitte beauftragt. Sie betonte, sie versuche Käufer für die beiden Geschäftsbereiche zu finden, um die Arbeitsplätze für möglichst viele der 25.000 Beschäftigten zu erhalten. In den letzten 24 Stunden hätten mehrere Seiten Interesse sowohl am Einzelhandelsgeschäft als auch an den Großhandelsbereichen von Woolworths bekundet, sagte Deloitte-Partner Dan Butters.
Der britische Arbeitsminister Tony McNulty sagte, es sei unklar, wie viele der Woolworths-Beschäftigten ihren Arbeitsplatz verlieren. "Es ist sehr enttäuschend, dass Woolworths einen Insolvenzverwalter ernannt hat", meinte er. "Wir müssen abwarten, was der Insolvenzverwalter erreichen kann, indem er profitable Teile des Unternehmens verkauft oder wirklich jede Option ausschöpft."
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