Wirtschaftskrise: WTO fürchtet um freien Welthandel
zuletzt aktualisiert: 31.01.2009 - 19:24Davos (RPO). Die Welthandelsorganisation WTO betrachtet die milliardenschweren Konjunktur- und Rettungspakte rund um den Globus mit wachsender Sorge. Die Gefahr des Protektionismus wachse angesichts der Krise.
Dies sagte WTO-Generaldirektor Pascal Lamy am Samstag auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos. Die WTO werde die Entwicklung genau beobachten und die zuständigen Minister der Mitglieder regelmäßig informieren. Eine erste Analyse habe bisher keine dramatischen Ergebnisse gebracht.
Vertreter aus 20 Ländern hatten sich am Rande des Weltwirtschaftsforums getroffen, um die im Jahr 2001 gestartete sogenannte Doha-Runde zur weiteren Handelsliberalisierung wieder in Schwung zu bringen. Die Gespräche der WTO über ein neues Handelsabkommen waren im Juli 2008 angesichts unterschiedlicher Interessen armer und reicher Länder gescheitert.
Konjunkturimpuls durch Handel
Lamy und die Schweizer Wirtschaftsministerin Doris Leuthard betonten, ein entscheidender Impuls für die weltweit angeschlagene Konjunktur wäre ein baldiger Abschluss der Doha-Runde. "Es wäre das beste Konjunkturpakt", sagte Leuthard. Die zuständigen Minister stünden in ihren Ländern allerdings unter Druck. "Alle Kollegen haben einen schweren Stand zuhause", sagte Lamy. Bei steigenden Arbeitslosigkeit wachse der Druck, die heimische Wirtschaft zu schützen. Es gebe jedoch Möglichkeiten zum Schutz ohne Protektionismus und Isolationismus, betonte Lamy.
Die angekündigte Wiederaufnahme von EU-Agrarexportsubventionen für Milchprodukte ist nach seiner Einschätzung nicht das richtige politische Signal. Zu den seit 16 Jahren dauernden Verhandlungen über eine Aufnahme Russlands in die WTO sagte Lamy. Es gebe noch einige offene Fragen. "Es kocht, aber es ist kein Fast-food."
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