Guttenberg will tragfähiges Zukunftskonzept: Wulff will Conti aus Schaeffler-Strudel retten
zuletzt aktualisiert: 28.02.2009 - 20:28Hannover (RPO). Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg hat ein tragfähiges Zukunftskonzept für die Continental AG gefordert. Der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff dringt auf eine Herauslösung aus der angeschlagenen Unternehmensgruppe Schaeffler. "Wir wollen die Conti aus dem Strudel heraushalten", sagte der CDU-Politiker.
Schaeffler-Conti stehe in der Pflicht, ein solches Konzept vorzulegen, sagte der Bundeswirtschaftsminister laut "Bild am Sonntag". Bislang liege dazu jedoch nichts vor. "Hier wie bei Opel geht es um Steuergeld, das wir nicht leichtfertig aufs Spiel setzen werden", sagte der Minister der Zeitung zufolge. Zum Argument der Familie Schaeffler, ihr Unternehmen habe eine überragende Bedeutung für die Automobilindustrie, sagte Guttenberg demnach: "Eine überragende Bedeutung sollte es für Investoren reizvoll machen, sich zu engagieren."
Dass die Familie Schaeffler die IG Metall ins Boot geholt hat und mehr Mitbestimmung einführen will, ist laut Guttenberg nicht ausschlaggebend. "Im Mittelpunkt meiner Betrachtung steht das Unternehmen und nicht die Unternehmensführung. Viel wichtiger ist die Frage, ob neue Investoren gewonnen werden können, und wie hoch das Risiko ist, dass etwaige staatliche Bürgschaften fällig werden", wird der CSU-Politiker zitiert.
Der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff dringt unterdessen auf eine Herauslösung der Continental AG aus der angeschlagenen Unternehmensgruppe. "Wir wollen die Conti aus dem Strudel heraushalten", sagte der CDU-Politiker der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung". Für ihn sei entscheidend, dem "profitabelsten Reifenhersteller der Welt eine gute Zukunft mit Sitz in Hannover" zu geben. Dies habe er auch gegenüber Guttenberg deutlich gemacht.
Bericht über Ablösung Geißingers dementiert
Laut dem Magazin "Spiegel" sucht Schaeffler nach einem Nachfolger für Geschäftsführer Jürgen Geißinger. Nachdem das Unternehmen den Bericht zunächst nicht kommentieren wollte, dementierte ein Sprecher am Abend angebliche Pläne für eine Ablösung. Es handele sich bei den Berichten "um bewusst gestreute Fehlinformationen mit dem Ziel, die Restrukturierung zu stören". Es gebe keine Intention, Geißinger zu ersetzen, sagte der Sprecher.
Die seit der Conti-Übernahme hoch verschuldete Unternehmensgruppe Schaeffler kämpft um ihr Überleben und hat um staatliche Hilfe gebeten.
Für ihn sei entscheidend, dem "profitabelsten Reifenhersteller der Welt eine gute Zukunft mit Sitz in Hannover" zu geben, erklärte er der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung". Dies habe er auch in seiner jüngsten Unterredung mit Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg deutlich gemacht.
"Der Kauf von VDO durch Conti war schon mutig, der Kauf der Conti durch Schaeffler war allerdings zu mutig", zitiert die Zeitung Wulff. Die seit der Conti-Übernahme hoch verschuldete Unternehmensgruppe Schaeffler kämpft um ihr Überleben und hat um staatliche Hilfe gebeten.
Schaeffler: Einstieg von Gläubigerbanken
Unterdessen rückt die Rettung für die angeschlagene Schaeffler-Gruppe. Über einen Einstieg der Gläubigerbanken gebe es zwischen den Instituten, dem Bund und Schaeffler weitgehend Einigkeit, sagten Insider. Die Banken würden Schulden in Eigenkapital wandeln, um die Zinslast von Schaeffler zu reduzieren. Dabei werde es auf einen Kontrollanteil hinauslaufen. Zudem wollen Banken teilweise auf Forderungen verzichten. Der Staat soll mit Bürgschaften dafür sorgen, dass Banken Schaeffler neue Kredite geben. Eine direkte Beteiligung des Staates sei aber nicht geplant, heißt es.
Ein Schaeffler-Sprecher sagte, die Gruppe stehe in engem Kontakt mit den Banken. Es gebe aber keine Vereinbarung, die kurz vor dem Abschluss steht. Der Autozulieferer hat sich mit der milliardenschweren Übernahme des dreimal größeren Rivalen Continental verhoben.
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