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Zalando: In sieben Jahren von Flip-Flops zur MDAX-Firma

Zalando: In sieben Jahren von Flip-Flops zur MDAX-Firma
Pakete verschickt Zalando weiterhin aus Mönchengladbach - neue Technologien werden künftig hingegen auch in Dublin entwickelt. FOTO: dpa, bom vfd stj tmk
Frankfurt/Main. Zalando fing 2008 mit Flip-Flops an. Unter anderem mit Kapital der Samwer-Brüder wurde daraus ein Schuh-Anbieter nach dem Vorbild der US-Firma Zappos. Inzwischen ist die Berliner Firma ein Online-Modehändler mit Komplett-Sortiment und rund 15 Millionen Kunden in 15 Ländern.

Das Tempo ist rasant: Im Oktober ging der Internet-Modehändler Zalando an die Börse - gut acht Monate später steigt das Unternehmen in den MDax auf. Zalando hat es im zweiten Anlauf geschafft: Der Online-Modehändler steigt in die zweite deutsche Börsenliga auf, den MDax. Die Aktie des erst im Oktober vergangenen Jahres an die Börse gekommenen Berliner Unternehmens wird vom 22. Juni an im Index der mittelgroßen Konzerne notieren. Im April hatte Zalando das Rennen um einen freien Platz im MDax noch gegen den Ticketvermarkter CTS Eventim verloren.

"Wir freuen uns sehr, dass die Aufnahme in den MDax so kurz nach dem Börsengang Realität wird", sagte Rubin Ritter, Mitglied des Zalando-Vorstands, laut Mitteilung. Die Entscheidung der Deutschen Börse vom späten Mittwochabend gab der Zalando-Aktie am Donnerstag Auftrieb. Das Papier legte bis zum Mittag um 1,60 Prozent auf 30,25 Euro zu.

Zalando schrieb im vergangenen Jahr erstmals schwarze Zahlen und beschäftigte Ende 2014 rund 7600 Menschen. Größter Anteilseigner des 2008 gegründeten Unternehmens ist die schwedische Investment-Gesellschaft Kinnevik, gefolgt von den Samwer-Brüdern und dem dänischen Modeunternehmer Anders Holch Povlsen ("Only", "Vero Moda").

Die Deutsche Börse nimmt regelmäßig die Zusammensetzung von Dax, MDax, TecDax und SDax unter die Lupe. Ändert sich über Monate hinweg die Bedeutung einzelner Werte, kann ein Unternehmen in einen anderen Index aufsteigen, ein anderes muss dafür absteigen.

Wichtig sind die Verschiebungen vor allem für Fonds, die Indizes nachbilden, da sie Änderungen eins zu eins umsetzen müssen. Entsprechend profitieren in der Regel Index-Aufsteiger, während die Kurse der Absteiger belastet werden. Leidtragender der aktuellen Indexänderung ist der Ingenieur-Dienstleister Bertrandt, der erst Ende Februar vom SDax, dem Index der kleineren Börsenkonzerne, aufgestiegen war. Dorthin kehrt das Papier nun zurück und nimmt den Platz von Zalando ein.

(dpa)
 
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