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Online-Handel
Zalando: So viel geben die Kunden aus

Zalando: Kunden geben so viel aus wie nie zuvor
Zalando ist weiter auf Wachstumskurs. FOTO: dpa, car jhe vfd
Berlin. Der Online-Modehändler wächst weiter rasant. In Mönchengladbach soll das Logistikzentrum daher auf maximale Kapazität ausgebaut werden. Die Kunden geben so viel aus wie nie zuvor. Von Florian Rinke

Vom rasanten Wachstum des Online-Händlers Zalando profitiert auch die Region: Das Logistik-Zentrum in Mönchengladbach soll weiter ausgebaut werden, kündigte Zalando-Vorstand Rubin Ritter heute bei der Vorstellung der Zahlen für das zweite Quartal.

Allein zwischen April und Juni kauften rund 16 Millionen Menschen bei Zalando ein - rund eine Million mehr als im Vorjahreszeitraum. Gut für Zalando: Obwohl noch immer etwa jedes zweite Kleidungsstück zurückgeschickt wird, gibt jeder Kunde im Schnitt 200 Euro pro Jahr für Mode aus. "Das ist mehr als jemals zuvor", freut sich Rubin Ritter.

Online-Shopping wird immer beliebter

Das Berliner Unternehmen, dass in NRW neben dem Logistikzentrum in Mönchengladbach auch noch Programmierer in Dortmund sitzen hat, profitiert dabei auch von einem allgemeinen Trend: Online-Shopping wird immer beliebter. Inzwischen kaufen jährlich 54 Millionen Menschen in Deutschland im Internet ein - viele davon regelmäßig. Laut einer aktuellen Umfrage des IT-Branchenverbands Bitkom bestellen 77 Prozent der Online-Shopper mehrmals im Monat im Internet Waren.

Für Unternehmen wie Zalando bedeutet das einerseits rasante Wachstumsraten. So rechnet Zalando inzwischen etwa damit, dass es etwa  28 bis 31 Prozent mehr Umsatz machen wird als im Vorjahr. Damit korrigierte das Unternehmen seine bisherige Prognose, die bei 20 bis 25 Prozent lag. Andererseits steigen für Online-Händler auch die Risiken. Das spürte auch Zalando: Während der Umsatz von April bis Juni im Vergleich zum Vorjahresquartal um 34,1 Prozent auf 733 Millionen Euro stieg, sank der Gewinn vor Steuern und Zinsen (Ebit) um 4,9 Millionen Euro auf 30,2 Millionen Euro. Ein Grund: Zalando musste deutlich mehr Geld für die Zahlungsabwicklung ausgeben. Beim Kauf auf Rechnung müssen Händler zum Beispiel mehr Geld für Bonitätsprüfungen und Mahnungen ausgeben. Die Probleme seien nur vorübergehend, sagte Rubin Ritter: "Inzwischen haben wir sie gelöst." Allerdings, gab der Zalando-Chef zu, hätte man sie besser managen müssen.

Zalando ist profitabel

Trotzdem ist Zalando weiter profitabel - ein Fakt, der an sich selbstverständlich klingt, in der Online-Welt, wo viele Unternehmen beim ihrer Expansion auch hohe Verluste in Kauf nehmen, aber nicht selbstverständlich ist. Auch Zalando will weiter investieren, um seine Marktanteile auszubauen. Neben der Erweiterung des Logistikzentrums in Mönchengladbach ist auch - neben Erfurt und Brieselang - ein vierter Standort in Planung. Wo das neue Logistikzentrum eröffnen soll, stehe allerdings noch nicht fest, betont Zalando. "Wir sprechen aktuell mit Standorten in Süd- und Norddeutschland", so Ritter. Außerdem werde das Unternehmen in Italien einen kleinen Standort eröffnen, der allerdings von einem Partner betrieben werden soll. Bis zum Jahresende soll die Zahl der Mitarbeiter von aktuell rund 9000 außerdem auf mehr als 10000 steigen.

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