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Gebühren der Banken: Zehn Euro für das Geldabheben

VON GEORG WINTERS - zuletzt aktualisiert: 28.01.2010 - 22:05

Düsseldorf (RP). Laut Finanzberatung FMH sind die Kosten für die Nutzung fremder Automaten stark gestiegen. Und auch die Banken untereinander rechnen immer höhere Beträge ab. Ein Fall für das Bundeskartellamt?

Wer sich an fremden Geldautomaten mit Bargeld versorgt ­- also beispielsweise als Direktbank-Kunde bei einer Sparkasse ­- der muss dafür zahlen. Und zwar nicht gerade wenig. Die Finanzberatung FMH hat jetzt herausgefunden, dass die Gebühren binnen Monaten um 13 Prozent gestiegen sind. Teilweise müssen Kunden am Ende zweistellige Euro-Beträge zahlen ­ und das, obwohl einmal Abheben am Automaten dessen Betreiber nur rund 60 Cent kostet, wie FMH-Inhaber Max Herbst erklärt.

Sein Fazit: „Die Banken bereichern sich in erheblichem Ausmaß an den Kunden anderer Häuser.” Unterscheiden muss man zwischen Interbanken- und Kundengebühren. Im Beispiel von oben: Der Direktbank-Kunde zieht am Sparkassen-Automaten Geld. Das berechnet die Sparkasse der Direktbank als Interbanken-Gebühr. Einen Teil dieser Kosten gibt die Direktbank an ihren Kunden weiter ­- das ist die Kundengebühr. In Einzelfällen wird sogar die komplette Interbanken-Gebühr an den Kunden weitergereicht oder noch mehr ­ je nachdem, um welchen Betrag es geht. Bis zu zehn Euro betragen die Kundengebühren, bis zu zwanzig die Interbanken-Gebühren.

Letztere richten die Banken immer mehr daran aus, um welchen Konkurrenten es geht. Das hat historische Gründe. Der Streit tobt seit acht Jahren. Bis dahin hatten sich alle Institutsgruppen ­ Privat- und Volksbanken sowie Sparkassen ­ darauf verständigt, dass Fremdnutzer ein Prozent der Summe zahlen mussten, die sie aus dem automaten bekamen. Maximal kostete das Ganze vier Mark. Doch vor allem den Sparkassen war die Vereinbarung zunehmend ein Dorn im Auge. Aus ihrer Sicht verständlich, denn sie betreiben die meisten Automaten. An denen versorgten sich auch Kunden der Direktbanken, und denen warf die Sparkasse vor, sie könnten ihrer Klientel beispielsweise deshalb günstige Zinskonditionen bieten, weil sie keine hohen Kosten (unter anderem für Aufstellung und Wartung von Automaten) hatten. Die Sparkassen preschten vor, die anderen zogen nach. Und die Preise kletterten.

Gegenüber stehen sich mittlerweile mehrere Pools (siehe nebenstehende Info), die intern keine Gebühren berechnen, dafür aber bei Fremdkunden um so härter zuschlagen. Das Ganze ruft womöglich das Kartellamt auf den Plan. Ein Sprecher des Amtes sagte unserer Zeitung, die Behörde prüfe den Vorgang. Ob ein Verfahren eingeleitet werde, sei noch nicht entschieden. Theoretisch könnte das Ganze ein Fall für die Wettbewerbshüter sein, wenn es um Marktmissbrauch oder Preisabsprache ginge. Das erste könnte der Fall sein, wenn ein Institut in einer ländlichen Region eine Monopolstellung hätte und die Gebühren frei bestimmten könnte. Bei einem Verdacht auf Preisabsprache müssten Institute Gebühren abgesprochen haben.

Quelle: RP

 
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