Daten-Skandal bei Berliner Landesbank: Zehntausende Bankkunden wurden ausgespäht
zuletzt aktualisiert: 12.12.2008 - 20:13Frankfurt/Main (RPO). Detaillierte Kreditkartenabrechnungen von zehntausenden Bankkunden sind offenbar in falsche Hände geraten. Von dem Datenmissbrauch ist die Landesbank Berlin (LBB) als größter Kreditkartenvergeber Deutschlands betroffen.
Die pikanten Details sind offenbar der "Frankfurter Rundschau" anonym per Post zugespielt worden. Die Daten seien auf Mikrofiches aufgezeichnet gewesen, durchsichtigen Folien, die jeweils tausende Daten speichern können. Lesbar sind demnach Vor- und Nachname der Kunden, Adresse, Kreditkartennummer, Kontonummer und jede einzelne Bezahl-Aktion mit dem dazugehörigen Betrag.
Auch Karten von ADAC und Amazon sind betroffen
Die Bankdaten stammen aus diesem Jahr, viele Auflistungen bilden die Einkäufe der Kunden im August 2008 ab, wie die Zeitung weiter berichtete. Betroffen seien unter anderem Kreditkarten der Berliner Landesbank selbst sowie Karten, die über den ADAC und den Internethändler Amazon ausgestellt worden seien. Betroffen sind den Angaben zufolge Kunden in ganz Deutschland.
Auch Auslandsbuchungen, Rücküberweisungen und die kompletten Zahlungsabwicklungen zwischen den Firmen und Banken seien nachvollziehbar. In der anonymen Sendung an die "Frankfurter Rundschau" befanden sich der Zeitung zufolge mehrere hundert Mikrofiches sowie Geheimnummern für Kreditkarten von Kunden.
Nach Angaben der Zeitung stammen die Mikrofiches von der Firma AtosWorldline, die für die Berliner Landesbank die Abrechnungen erstelle und eine Filiale in Frankfurt am Main habe. "Wir arbeiten mit diesem Unternehmen zusammen", bestätigte ein LBB-Sprecher. Von dem Datenverlust sei bislang nichts bekannt, die Informationen würden "aber sehr ernst" genommen. "Das überrascht mich, wir prüfen, was passiert ist", sagte eine Atos-Sprecherin. Die Zeitung informierte am Freitag Polizei und Staatsanwaltschaft.
Vorige Woche hatte die Zeitschrift "Wirtschaftswoche" berichtet, dass Datenhändler auf dem Schwarzmarkt die Kontodaten von 21 Millionen Bürgern anböten. Eine CD-Rom mit 1,2 Millionen erhielt das Magazin demnach als Muster.
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