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Rheinische Post und Saarbrücker Zeitung
Zeitungshäuser wollen gemeinsam wachsen

Rheinische Post und Saarbrücker Zeitung: Zeitungshäuser wollen gemeinsam wachsen
Die Saarbrücker Zeitungsgruppe gehört ab Jahresende mehrheitlich zur Rheinischen Post Mediengruppe. FOTO: RP
Düsseldorf. Es ist eine der größten Transaktionen der jüngeren Pressegeschichte: Die Rheinische Post Mediengruppe übernimmt zum Jahresende die Mehrheit der Anteile an der Saarbrücker Zeitungsgruppe. Damit entsteht eines der größten regionalen Medienunternehmen Deutschlands. Von Sven Gösmann

Die Landkarte der deutschen Presselandschaft wird in wichtigen Landesteilen neu geordnet. Die Rheinische Post Mediengruppe, in der unsere Zeitung erscheint, übernimmt zum Ende des Jahres 2012 die Mehrheit der Anteile an der Saarbrücker Zeitungsgruppe. Die entsprechenden Verträge unterzeichneten Vertreter beider Verlagshäuser gestern in Düsseldorf.

Damit entsteht aus zwei starken Medienhäusern eines der größten regionalen Medienunternehmen in Deutschland. Zu der Saarbrücker Zeitungsgruppe gehören neben der "Saarbrücker Zeitung" mit einer Auflage von 144.000 verkauften Exemplaren die Zeitungen "Trierischer Volksfreund" (Auflage: rund 90.000 Exemplare), "Pfälzischer Merkur" in Zweibrücken (Auflage: 7700) und "Lausitzer Rundschau" im brandenburgischen Cottbus, die auch in Teilen Sachsens erscheint (Auflage: 88.000).

Nicht nur das Zeitungsgeschäft des Saarbrücker Verlagshauses ist hochprofitabel. Die Unternehmensgruppe ist auch im Bereich der Postdienstleistungen, Telefon- und Branchenbücher, Internet-Portale und IT-Dienstleistungen tätig. Von besonderer Bedeutung ist das wachstumsstarke, in Luxemburg ansässige Tochterunternehmen Euroscript S.A., ein international führender Übersetzungs- und Dokumenten-Management-Dienstleister mit einem Umsatz von rund 100 Millionen Euro. Damit gelingt der Rheinische Post Mediengruppe neben dem Ausbau der Medienaktivitäten eine strategische Diversifizierung in ein neues Geschäftsfeld.

Bei der Saarbrücker Zeitungsgruppe sind insgesamt 2700 Mitarbeiter beschäftigt. Der Umsatz lag 2011 bei rund 320 Millionen Euro.

Den von der Rheinische Post Mediengruppe erworbenen Mehrheitsanteil an der Saarbrücker Zeitungsgruppe hatte zuvor die Gesellschaft für staatsbürgerliche Bildung Saar mbH (GSB) von der Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck übernommen. Die GSB ist eine gemeinsame Einrichtung saarländischer Stiftungen, die sich im Bereich staatsbürgerlicher Bildung engagieren. Sie hält weiter Anteile, ebenso wie eine Mitarbeiterbeteiligungsgesellschaft und das Unternehmen selbst. Über den Kaufpreis vereinbarten beide Seiten Stillschweigen. Die Transaktion erfolgt vorbehaltlich der Zustimmung des Kartellamts.

Karl Hans Arnold, Vorsitzender der Geschäftsführung der Rheinische Post Mediengruppe, betont das langfristige Interesse an der Saarbrücker Zeitungsgruppe: "Die Saarbrücker Zeitungsgruppe hat sich dynamisch und erfolgreich entwickelt. Gerade in den letzten Jahren wurde sie durch die Schaffung zahlreicher Kooperationen zwischen ihren Zeitungshäusern, den Einstieg und Ausbau im Bereich des Übersetzungs- und Dokumentenmanagements und ihre Aktivitäten in digitalen Märkten zum Vorbild der Branche. Unser Ziel ist, gemeinsam mit dem bestehenden Team in Saarbrücken den erfolgreichen Wachstumskurs fortzusetzen."

Auch die Vertreter von GSB und Saarbrücker Zeitungsgruppe zeigen sich zufrieden. "Wir freuen uns, dass wir mit der Rheinische Post Mediengruppe einen Partner gefunden haben, der den Erfolg der Saarbrücker Zeitungsgruppe langfristig und mit Betonung der regionalspezifischen Ausprägungen weiter entwickeln wird. Damit haben wir den auch denkbaren Einstieg eines Finanzinvestors verhindert", betonen Rudolf Warnking und Friedel Läpple, Vorsitzender bzw. stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats der GSB.

Joachim Meinhold, Vorsitzender der Geschäftsführung in Saarbrücken, weist auf die Möglichkeiten der Zusammenarbeit hin. Als Beispiel nennt er den Ausbau der Euroscript Gruppe, die bereits heute zu den führenden zehn Übersetzungsdienstleistern der Welt gehört.

Durch den größten Zukauf in der Unternehmensgeschichte steigt der Gesamtumsatz der Rheinische Post Mediengruppe auf deutlich über 800 Millionen Euro. Neben der "Rheinischen Post" in Düsseldorf (Auflage: 350.000 verkaufte Exemplare) gehören Anzeigenblätter, Radio- und Fernsehsender, Fachverlage sowie Medienunternehmen und Beteiligungen in der Tschechischen Republik, der Slowakei, Polen und den Niederlanden zur Mediengruppe.

(RP/csr)
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