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Zentrum für Luft- und Raumfahrt
Billigtickets werden noch günstiger

Zentrum für Luft- und Raumfahrt: Billigflugticktes werden noch günstiger
FOTO: dpa
Exklusiv | Düsseldorf/Köln. Eine exklusive Studie zeigt: Die Zahl der Discountstrecken wächst schnell. Nach Übersee verdoppelt sich die Zahl fast. Von Reinhard Kowalewsky

Der Verdrängungswettbewerb im deutschen und europäischen Flugmarkt verschärft sich. Wie sehr es dabei mit den Tarifen nach unten geht, zeigt eine unserer Redaktion vorab vorliegende Untersuchung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Köln. Demnach lag die Spanne für Tickets bei Billigfliegern im Sommer im Schnitt zwischen 40 und 106 Euro. Vor einem Jahr lag die Spanne noch bei 45 Euro bis 115 Euro. Und vor zwei Jahren pendelte die Zahl zwischen 70 und 140 Euro. "Der Trend ist klar", sagt Studienautor Peter Berster vom DLR, "die Günstigflieger setzen sich mit guten Angeboten gegenseitig weiter unter Druck."

Air Berlin leidet unter dem Preisverfall

Dabei zeigt sich, dass gerade Air Berlin als wichtigster Anbieter von Discounttickets unter dem Preisverfall leidet. Vor einem Jahr verlangte das Unternehmen als teuerster Anbieter im Schnitt noch 115 Euro für ein Ticket, in diesem Sommer waren es lediglich 106 Euro. Dagegen konnte Ryanair in Deutschland den durchschnittlichen Ticketerlös von 46 Euro auf 56 Euro leicht erhöhen, weil die Iren zunehmend teurere Flughäfen wie Köln ansteuern statt sich auf kleine Airports wie Weeze zu konzentrieren. "Nachdem die klassischen Billigflieger wie Ryanair oder Easyjet immer stärker die großen Flughäfen ansteuern, müssen Air Berlin und die Lufthansa-Gruppe mit Eurowings auch immer mehr auf Discount setzen", erklärt Berster den Trend.

Zahl der wöchentlichen Flüge stieg um zehn Prozent

In ganz Europa wuchs laut DLR so die Zahl der Flüge im Niedrigpreissegment von 50.263 Stück pro Woche im Sommer 2015 auf 55.011 in diesem Sommer. In Deutschland alleine stieg die Zahl der wöchentlichen Flüge von 4031 auf 4374 an. Das ist ein Plus von fast zehn Prozent.

Noch stärker geht es beim Geschäft mit Niedrigpreis-Tickets auf Interkontinentalflügen aufwärts. Hier bietet Eurowings ab Köln neuerdings Verbindungen nach Kuba oder Thailand an, bei denen ein Ticket auch nur mit Handgepäck gebucht werden kann. Norwegian fliegt für 200 Euro von Berlin über London nach Florida. Insgesamt, so die DLR, stieg die Zahl der Discountflüge pro Woche auf der Langstrecke von 210 auf 373. Studienautor Berster meint:"Auf der Langstrecken sind die Günstigflieger zunehmend wichtig, das setzt etablierte Anbieter unter Druck."

Quelle: RP
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