Steuerskandal: Zumwinkel droht Millionenstrafe
zuletzt aktualisiert: 16.02.2008 - 08:18München (RPO). Die Hinterziehung von Steuern wird Klaus Zumwinkel wahrscheinlich teuer zu stehen kommen: nach einem Medienbericht muss der Manager bis zu vier Millionen Euro zahlen. Ein ähnliches Schicksal droht weiteren Verdächtigen, die ins Visier der Steuerfahndung geraten sind. Unterdessen wurde bekannt, dass Zumwinkel angeblich als Vorsitzender des Kinderhilfswerks Unicef Deutschland im Gespräch war.
Der zurückgetretene Postchef soll nach einem Bericht Nachrichtenmagazins "Focus" rund vier Millionen Euro für seine nicht versteuerten Zinserträge aus einer zwölf Millionen schweren Familienstiftung in Liechtenstein zahlen. Diese Summe setze sich aus hinterzogenen Steuern, Zinsen und einer Geldstrafe zusammen. Die drohende Untersuchungshaft habe Zumwinkel durch eine Vermögens-Abtretungserklärung für die Finanzbehörden und eine hinterlegte Kaution von einer Million Euro abgewendet.
Zumwinkel hatte am Freitag wegen Ermittlungen gegen ihn sein Amt als Post-Chef zur Verfügung gestellt. Der 64-Jährige steht im Verdacht, mittels Geldanlagen in liechtensteinische Stiftungen Steuern in einer Größenordnung von rund einer Million Euro hinterzogen zu haben. Zumwinkel selbst hat die Tat inzwischen gestanden. Am Donnerstag hatten die Behörden seine Privatwohnung in Köln sowie seine Büros in der Bonner Zentrale der Deutschen Post durchsucht.
Das Magazin berichtete, Zumwinkel habe laut Haftbefehl in konspirativer Weise fast 20 Jahre lang versucht, seine Erträge aus der Geldanlage bei der Vaduzer LGT-Bank zu verschleiern. Die Bankbelege seien an die Adresse von Zumwinkels Feriensitz am Gardasee geschickt worden. Andere Bankdokumente habe sich der 64-Jährige bis in den asiatischen Raum nachsenden lassen. Auch gegen Zumwinkels in Spanien weilenden Bruder Hartwig liege inzwischen ein Haftbefehl vor.
Die Bochumer Staatsanwaltschaft plant dem Blatt zufolge für Anfang der Woche Durchsuchungen bei weiteren prominenten Millionären. Schwerpunkte der Aktion sollten in Köln und Düsseldorf sein, schrieb das Magazin. Mehr als 150 Ermittlungsverfahren seien bereits eingeleitet worden. Am Donnerstag habe es zeitgleich mit der Aktion bei Zumwinkel auch eine Razzia bei einem Millionär in Bochum gegeben.
Die "Frankfurter Rundschau" (Samstagausgabe) berichtete vorab, Zumwinkel sei beim Kinderhilfswerk Unicef Favorit für den Posten des Vorstandsvorsitzenden gewesen. Er habe auf einer Liste mit möglichen Kandidaten für den Vorsitz an erster Stelle gestanden. Da Zumwinkels Pensionierung bevorstand und er schon länger als potenzielles Komiteemitglied bei Unicef im Gespräch gewesen sei, habe man bei der Vorstandssitzung des Hilfswerks am Mittwoch beschlossen, den Postchef als Ersten anzufragen. Nun müssten andere Personen gefragt werden.
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