Rechnungshof prüft Immobilien-Praktiken: Zweifelhafte Praktiken? Bundesbank-Villen im Visier
zuletzt aktualisiert: 12.06.2004 - 21:16Berlin (rpo). Medienberichten zufolge prüft der Bundesrechnungshof zweifelhafte Immobilien-Praktiken der Bundesbank. Die Bank wolle sich bislang nicht zum Inhalt der Prüfung äußern.
Nach am Samstag veröffentlichten Informationen des ARD-Hauptstadtstudios und des Wirtschaftsmagazins "Euro" hat die Zentralbank in der Vergangenheit mehreren ihrer Manager Villen zur Verfügung gestellt, die diese auch über ihre Amtszeit hinaus benutzten. "Euro" zufolge haben seit 1980 sieben Direktoriumsmitglieder in repräsentativen Bundesbank-Häusern gewohnt. Für Amts-Nachfolger seien neue Häuser gebaut worden.
Darunter seien auch deren Präsidenten Otmar Emminger, Karl Otto Pöhl und Hans Tietmeyer. Der Rechnungshof bestätigte laut ARD, dass er sich bereits seit Mitte der 1990er Jahre auch mit Immobilien befasse, die die Bundesbank für Mitarbeiter bereitstellte.
Häuser für Präsidenten oder seinen Vize gebaut
Die Bank wollte sich demnach nicht zum Inhalt der Prüfungen äußern. Die ARD zitierte aus einer Stellungnahme, wonach die Bundesbank in der Vergangenheit in einigen Fällen für ihre Präsidenten und Vizepräsidenten Häuser erworben oder gebaut habe, "wenn bei Amtsantritt kein geeignetes Wohnobjekt zur Verfügung stand."
Der frühere Bundesbankpräsident und heutige Ethikbeauftragte des Rates der Europäischen Zentralbank, Tietmeyer, kaufte dem Vorabbericht zufolge nach seinem Ausscheiden aus dem Amt die von ihm bewohnte Bundesbank-Villa in Königstein im Taunus. Den Kaufpreis habe die Bank nicht mitteilen wollen, hieß es.
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