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Wolfsburg
US-Händler setzen Volkswagen zu

Wolfsburg. Verband attackiert den neuen Amerika-Chef schon vor dessen Amtsantritt.

Ein halbes Jahr nach Bekanntwerden des Abgasskandals findet Volkswagen nur schwer wieder zurück in die Spur. Vor allem die Lage in den USA wird für die Wolfsburger zunehmend kritisch. Nach dem plötzlichen Rücktritt des Landeschefs Michael Horn macht der bislang loyale Vertrieb Stress. Der einflussreiche US-Verband der VW-Händler, der Horn auf Händen trug, zürnt über "Missmanagement" und gibt damit ein Misstrauensvotum für dessen Interimsnachfolger Hinrich Woebcken ab, bevor der Ex-BMW-Manager sich richtig vorstellen konnte.

Auch Star-Anwalt Ken Feinberg, der für VW eigentlich die Vergleiche mit betroffenen US-Autokäufern schließen soll, um kostspielige Prozesse abzuwenden, kommt nicht voran. Denn den notwendigen Entschädigungsfonds gibt es auch fast drei Monate nach Feinbergs Verpflichtung immer noch nicht. "VW hat noch kein finales Budget verabschiedet", erklärt der Anwalt.

In Deutschland berieten gestern erneut die Kontrolleure die Folgen des Abgasskandals. Dem Vernehmen nach besprachen sie die Investitionspläne und die brisante Lage in den USA. Zudem erwarteten Teilnehmer eine Aussprache über mögliche Stellenstreichungen in der VW-Verwaltung bis Ende 2017.

Die Krise belastet inzwischen auch die für Sommer geplanten Gespräche über den neuen Haustarif. Erklärtes Ziel der Arbeitnehmerseite ist trotz der milliardenteuren Abgas-Affäre ein Abschluss mindestens auf dem Niveau des Metall-Flächentarifes. Zudem soll die auslaufende Altersteilzeit ohne Abstriche für Arbeitnehmer in Neuauflage gehen. Zugeständnisse angesichts des Diesel-Skandals sollen auf jeden Fall vermieden werden, hieß es in Gewerkschaftskreisen.

(dpa)
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