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Essen
US-Investor fordert Zerschlagung von Eon

Essen. Eon-Chef Johannes Teyssen bekommt bei der Aufspaltung Gegenwind. Der streitbare US-Hedgefonds Knight Vinke fordert einen noch radikaleren Umbau. Danach soll Eon nicht nur sein Kraftwerksgeschäft abgeben, das in die Tochter Uniper abgespalten wurde. Eon soll sich auch von seinen regionalen Strom- und Gasnetzen trennen und damit komplett zerschlagen werden, wie das "Handelsblatt" unter Berufung auf einen Brief von Fondschef Eric Knight schreibt. Die Aktie legte daraufhin zu.

Knight Vinke war 2014 beim größten deutschen Energiekonzern eingestiegen. Der Anteil an Eon liegt zwar noch unter der meldepflichtigen Schwelle von drei Prozent. Jedoch macht Knight Vinke Traditionskonzernen gerne das Leben schwer. Die Rede ist bereits von "Super-Heuschrecken", zu denen zählt auch der schwedische Fonds Cevian, der Thyssenkrupp gerne zerschlagen sähe. Knight Vinke ärgerte über Jahre die Schweizer Großbank UBS, sie sollte das Investmentbanking abgeben und sich auf die Vermögensberatung konzentrieren. Doch weil die UBS nicht nachgab, verkaufte der Hedegfonds 2015 seine Beteiligung wieder.

Auch Eon will sich nicht vom Weg abbringen lassen. "Wir sind immer offen für Vorschläge all unserer Stakeholder und haben in letzter Zeit sehr intensive Gespräche mit vielen Investoren geführt", sagte die Eon-Sprecherin. "Auch auf dieser Basis halten wir die konsequente Umsetzung unserer Strategie für richtig." Bei der Hauptversammlung am 8. Juni sollen die Aktionäre über die Neuausrichtung entscheiden. Die Netze sind jedoch ein wichtiges Standbein der neuen Eon. Diese soll sich auf das zukunftsträchtige Ökostrom- und Vertriebsgeschäft sowie die Netze konzentrieren. Da der staatliche Regulierer die Durchleitungsentgelte festsetzt, ist das Netzgeschäft berechenbar und lukrativ dazu: 2015 lieferte es 1,5 Milliarden Euro Vorsteuergewinn ab. Eon kann und will es sich gar nicht leisten, diesen Bereich abzugeben, um schnelles Geld für Kurzfrist-Investoren zu machen.

(anh)
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