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Sacramento
US-Umweltbehörde lehnt Rückruf-Plan von VW ab

Sacramento. Die kalifornische Umweltbehörde CARB hat im Abgasskandal einen Rückrufplan von Volkswagen abgelehnt. Aus einer Mitteilung der US-Behörde ging aber hervor, dass VW weiterhin die Chance habe, bei den Lösungsvorschlägen für den Rückruf der manipulierten Dieselfahrzeuge nachzubessern. Es geht dabei um die Motoren mit 2,0 Litern Hubraum. VW teilte mit, die Mitteilung beziehe sich auf Pläne aus dem Dezember: "Seither hatte Volkswagen konstruktive Gespräche mit CARB."

Die Behörde CARB teilte in einer Erklärung zur Ablehnung mit: "Volkswagen hat die Entscheidung getroffen, bei Abgas-Tests zu schummeln und hat dann versucht, das zu verstecken", sagte CARB-Chefin Mary Nichols. "Sie haben weitergemacht und haben die Lüge noch verschlimmert, und als sie erwischt wurden, haben sie versucht, es zu leugnen."

Die Erklärung dürfte auch die Antwort auf ein Interview von VW-Chef Matthias Müller sein, das in den USA für Aufsehen gesorgt hatte. Im Gespräch mit dem US-Radiosender NPR hatte Müller die Frage, ob es sich beim Abgasskandal nicht mehr um ein Problem der Firmenkultur als um ein technisches Problem handelt, verneint. Es sei ein technisches Problem gewesen, man habe die US-Gesetze nicht richtig interpretiert. Als ein Journalist kritisiert, VW habe die Behörden belogen, wiegelt Müller ab: "Wir haben nicht gelogen." Man habe nur die Anfrage der Behörde zuerst nicht verstanden.

Für VW war der Auftritt des Chefs ein PR-Desaster - es gibt wenig, was die US-Öffentlichkeit weniger mag als arrogant auftretende Manager, die einen Skandal verharmlosen. Öffentlich hatte sich Müller bei der Motorschau in Detroit zwar entschuldigt, dennoch bat die Kommunikationsabteilung vorsichtshalber um eine Wiederholung des Gesprächs, so das Müller zurückrudern konnte.

(frin/dpa)
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