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Frankfurt/Berlin
USA: Laptop-Verbot im Flugzeug sorgt für Kritik

Frankfurt/Berlin: USA: Laptop-Verbot im Flugzeug sorgt für Kritik
FOTO: rtr
Frankfurt/Berlin. Das drohende Laptop-Verbot auf USA-Flügen aus Europa sorgt bei den deutschen Flughäfen für Kritik. "Wir haben volles Vertrauen in die bislang üblichen Kontrollen", sagte der Hauptgeschäftsführer des Flughafenverbands ADV, Ralf Beisel. Es lägen keine sicherheitstechnischen Erkenntnisse vor, die ein Verbot rechtfertigen würden.

Ein Sprecher des US-Heimatschutzministeriums hatte zuletzt Überlegungen bestätigt, das seit März für zehn Flughäfen in Afrika und dem Nahen Osten bestehende Verbot auf europäische Destinationen auszuweiten. Es sei noch keine endgültige Entscheidung gefallen.

Nach Informationen des britischen "Guardian" gibt es mehrere Gründe für die Maßnahmen der US-Regierung. Unter anderem sei von Geheimdiensten ein Anschlagplan entdeckt worden, bei dem Sprengstoff in der Hülle eines funktionstüchtigen iPad-Tablets in die Kabine gebracht werden sollte. Die US-Transportsicherheitsbehörde TSA hat ihren ersten Bann mit innovativen Schmuggelmethoden der Terroristen begründet.

Sollte der Bann für Europa kommen, dürften sämtliche Elektro-Geräte, die größer als Mobiltelefone sind - also Laptops, Tablet-Computer, E-Book-Reader oder Kameras - nicht mit in die Kabine genommen werden. Die Geräte könnten jedoch im Gepäck aufgegeben werden, das im Flugzeugbauch verstaut wird.

Die Lufthansa prüft nach eigenen Angaben bereits seit Wochen verschiedene Szenarien, da bislang keine Anweisungen der US-Behörde für Transportsicherheit TSA vorliegen. Bislang würden die Sicherheitsabläufe unverändert angewendet, teilte das Unternehmen mit. Grundsätzlich sei man verpflichtet, den Anweisungen der Behörden Folge zu leisten.

Ein Verbot hätte für die europäischen Flughäfen, -linien und -gäste erhebliche Auswirkungen. Der übliche Mindestvorlauf von einer Stunde bei Interkontinental-Flügen könnte nicht mehr ausreichen, und die Fluggesellschaften müssten möglicherweise längere Standzeiten an den Gates einplanen. Dies würde zu Spitzenzeiten auch die Kapazität der Flughäfen verringern, Flügen müsste gestrichen werden.

Da vor allem Geschäftsleute über dem Nordatlantik unterwegs sind, könnte es zu Buchungsrückgängen kommen, weil Flugreisen ohne Laptop vielen Kunden ineffizient erscheinen werden. Nach dem Bann für den Nahen Osten hat die Gesellschaft "Emirates" wegen fehlender Nachfrage ihr Angebot in die Vereinigten Staaten um 20 Prozent reduziert.

Um weitere Buchungsrückgänge zu verhindern, versorgen die arabischen Airlines ihre Kunden in den oberen Klassen inzwischen mit bordeigenen Tablets.

(dpa)
 
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