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Düsseldorf
Verdi-Chef Bsirske warnt vor Kürzungen bei Betriebsrente

Düsseldorf. Trillerpfeifen, Konfetti-Regen und ein eiskalter Wind - trotz des schlechten Wetters ist die zentrale Kundgebung der Gewerkschaft Verdi in Düsseldorf zum Warnstreik im öffentlichen Dienst gut besucht. 10.000 Beschäftigte haben sich laut Verdi gestern an den Protestmärschen durch die Stadt zum Burgplatz beteiligt. Der Demonstrationszug und die Warnstreiks bei bei der Rheinbahn sorgen für erhebliches Verkehrschaos in der Landeshauptstadt.

Die Stimmung der Gewerkschafter ist kämpferisch. So wie die Arbeitnehmer den Widrigkeiten des Wetters trotzen, so wollen sie sich auch dem Arbeitgeberangebot entgegensetzen. Das betont auch der Hauptredner, Verdi-Chef Frank Bsirske: "Das Angebot der Arbeitgeber ist eine Geringschätzung, die nicht zu akzeptieren ist." Wer so agiere, dürfe sich nicht wundern, wenn seine Angestellten auf die Straße gingen.

Sechs Prozent mehr Lohn und Gehalt fordert Verdi für die 2,14 Millionen Tarifbeschäftigten bei Bund und Kommunen. Geboten hatten die Arbeitgeber drei Prozent, gestaffelt für zwei Jahre. Zu wenig, findet Verdi. Sorge bereitet den Beschäftigten zudem die von den Arbeitgebern geforderte Umstellung der betrieblichen Altersvorsorge. "In Zeiten, in denen die gesetzliche Rente auf Talfahrt ist, darf nicht auch noch hier gekürzt werden. Sonst werden viele Menschen in Altersarmut leben", mahnt Bsirske.

Ebenso sei eine Verbesserung der Bedingungen für die Azubis wichtig: "Sie sollen 100 Euro mehr Lohn bekommen und nach der Ausbildung in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis übernommen werden." Nur so bliebe der öffentliche Dienst im Kampf um junge Fachkräfte wettbewerbsfähig.

Vor den morgigen Tarifverhandlungen in Potsdam will Verdi heute die Flughäfen bestreiken. In Düsseldorf fallen 48 Flüge aus - 28 davon betreffen die Lufthansa (20 nach München, acht nach Frankfurt), und 20 Flüge der Air Berlin (München).

(lai/tb)
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