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Hagen
Verdi kritisiert SinnLeffers-Deal
Hagen. Die Übernahme der Modekette durch die Wöhrl-Gruppe steht kurz bevor.

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hat mit scharfer Kritik darauf reagiert, wie die Pläne der Nürnberger Modekette Wöhrl zur Übernahme des Konkurrenten SinnLeffers bekannt geworden sind. "Überrascht und mit Befremden haben die Arbeitnehmervertreterinnen und -vertreter im Aufsichtsrat und im Beirat von SinnLeffers zur Kenntnis genommen, dass die DIH (Deutsche Industrie-Holding) als Eigentümerin der SinnLeffers das Unternehmen an die Familie Wöhrl verkaufen wird", erklärte Verdi-Vorstandsmitglied Martina Sönnichsen. Die Gremien seien erst wenige Stunden vor der gestrigen Pressekonferenz informiert worden. Verdi hätte eine frühzeitigere Information und "deutlich mehr Transparenz und Kommunikation erwartet", so Sönnichsen.

Zuvor hatten Wöhrl und SinnLeffers die schon Ende Dezember auf der Seite des Bundeskartellamtes veröffentlichen Pläne für die Übernahme bestätigt. Wöhrl übernimmt alle 22 Filialen von SinnLeffers sowie die rund 2000 Beschäftigten des Unternehmens. Durch den Zusammenschluss entsteht eine Gruppe mit insgesamt 60 Modehäusern, mehr als 4000 Mitarbeitern sowie einem Umsatz von mehr als 400 Millionen Euro. Allerdings dürfte der Deal nicht komplett ohne Stellenverlust über die Bühne gehen. Zwar sollen vorerst alle bestehenden Häuser fortgeführt werden. Doch gleichzeitig erklärte Wöhrl, in Kürze werde es Gespräche über ein Einbindung der SinnLeffers-Zentrale in Hagen geben. Das werten Beobachter als Indiz dafür, dass die SinnLeffers-Hauptverwaltung in der bestehenden Form nicht erhalten bleibt. Verdi erklärte, die Gewerkschaft gehe davon aus, dass die Beschäftigten bei SinnLeffers zu gleichen Konditionen und Arbeitsbedingungen weiter beschäftigt blieben. Bei Wöhrl gebe es bislang keine Tarifbindung für den Einzelhandel, moniert die Gewerkschaft und fordert: "Wer Geld für Expansionen in dieser Größenordnung hat, sollte auch Geld für eine tarifgerechte Entlohnung der Beschäftigten haben."

SinnLeffers, das vor viereinhalb Jahren Planinsolvenz hatte anmelden müssen, ist seither deutlich kleiner. Das Unternehmen, das bis 2005 zu Karstadt gehörte, hat nach Angaben seines Aufsichtsratsvorsitzenden Patrick Feller den Umsatz seit 2008 um sieben Prozent gesteigert und arbeitet profitabel.

Quelle: gw
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