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Flughafen Köln/Bonn
Verdi moniert zu wenig Fluggastkontrolleure

Verdi moniert zu wenig Fluggastkontrolleure in Köln/Bonn
Am Flughafen Köln/Bonn könnte es zu langen Schlangen kommen. FOTO: dpa, obe pil
Düsseldorf. Das Essener Sicherheitsunternehmen Kötter bekommt das seit einem Jahr schwelende Problem nicht in den Griff. Von Maximilian Plück

Zum Auftakt der Osterferien droht erneut ein Personalengpass an den Passagierkontrollen des Flughafens Köln/Bonn. Das Essener Sicherheitsunternehmen Kötter hatte bereits im vergangenen Jahr Schwierigkeiten, das von der Bundespolizei verlangte Personal zur Verfügung zu stellen. Das führte in der Hauptreisezeit zu langen Schlangen. Während Kötter das gleiche Problem am Flughafen Düsseldorf in den Griff bekommen hat, hapert es in Köln/Bonn offenbar immer noch. Wie aus Verdi-Kreisen verlautete, fehlten am Donnerstagmorgen 68 Kräfte an den Kontrollstellen.

Kötter wollte die Zahl nicht bestätigen, teilte auf Anfrage nur mit: "Um dem zu Ferienbeginn üblicherweise deutlich erhöhten Passagieraufkommen gerecht zu werden, hat unser Unternehmen eine Reihe von innerbetrieblichen und organisatorischen Maßnahmen am Flughafen Köln/Bonn ergriffen. Diese wurden im Vorfeld mit dem Betriebsrat abgestimmt." Nach Informationen unserer Redaktion bestehen diese Maßnahmen darin, Personal vom Flughafen Düsseldorf und von einer für Waren- und Personalkontrollen zuständigen Tochter nach Köln/Bonn zu beordern. Trotzdem fehlten dort am Freitag erneut 60 Sicherheitskräfte. Zugleich ist das Fluggastaufkommen gestiegen. Das Flughafen-Management erwartet nach eigenen Angaben bis zu 495.000 Fluggäste in den Osterferien - ein Plus von 15 Prozent.

Dass es weiterhin zu Engpässen kommen würde, hatte sich laut Gewerkschaft Verdi abgezeichnet. Bei einer Betriebsversammlung am 9. März hatten die Beschäftigten der Firma Kötter ihrem Frust Luft gemacht und fehlende Erholungsphasen während der Schicht aufgrund der Personalnot angeprangert.

Der zuständige Verdi-Gewerkschaftssekretär Özay Tarim erhebt nun schwere Vorwürfe gegen Kötter und die Bundespolizei: "Es kann nicht sein, dass die Sicherheit darunter leidet, dass zu wenig Personal vorhanden ist und die eingesetzten Mitarbeiter unkonzentriert werden, weil sie nicht genügend Pausen bekommen." Die Beschäftigten seien damit einer zu hohen psychischen Belastung ausgesetzt. Außerdem kritisch aus Tarims Sicht: Die Bundespolizei soll die Kötter-Beschäftigten angewiesen haben, auch nach ihren Schichten weiterzuarbeiten. "Wenn dem so ist, dann wäre das eine unzulässige Form der Arbeitnehmerüberlassung. Denn die Bundespolizei ist gar nicht weisungsbefugt", so Tarim. Er kündigte rechtliche Schritte an, sollten sich die Vorwürfe bestätigen. Die Bundespolizei äußerte sich auf Anfrage nicht.

Quelle: RP
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